Hollywood überrascht uns mit einem Ballettfilm der anderen Art und die Rechnung geht auf.
In dem für Hollywood doch eher ungewöhnlichen Ballett-Thriller Black Swan von Darren Aronofsky dreht sich alles um das Ballett und dessen Perfektion Sieht das Ballett auf den ersten Moment sehr anmutig und grazil aus schafft es Aronofsky durch schonungslose Bilder wie blutige Fußzehen, das Knacken der Gelenke bei den Proben oder schonungslose Dehnungsübungen, dies zu entzaubern und gibt damit dem Film eine brutale Realität und beängstigende Atmosphäre. Doch eben diese Atmosphäre, festgehalten mit einer wackeligen Kameraführung und gepaart mit wundervoller Musik und einzigartigen Tanzszenen machen diesen Film zu genau dem Meisterwerk, was wir von einem Darren Aronofsky erwarten.
Die Balletttänzerin, Nina Sayer, bekommt unerwartet die Hauptrolle in der neuen Aufführung von Tschaikowskys Schwanensee. Geplagt von Angst, der Rolle nicht gerecht zu werden und der kranken Beziehung zu Ihrer kontrollsüchtigen, labilen Mutter, verfällt sie immer mehr dem Drang zur Perfektion und kann bald darauf Fiktion von Realität nicht mehr unterscheiden. Erschwert wird ihr das Leben durch ihre Zweitbesetzung Lilly, die im Gegensatz zu der disziplinierten und konservativen Nina, eine sehr erotische und offene Ausstrahlung besitzt und diese auch entsprechend einzusetzen weiß. Auch Ihr Trainer und Theaterintendant, Thoma, setzt sie permanent unter Druck, durch unangebrachte Avancen und große Strenge bei den Proben. Letztendlich gewinnt die dunkle Macht in Nina immer mehr die Überhand und droht sie letztendlich ganz zu zerstören.
In der Hauptrolle sehen wir Natalie Portman, die einmal mehr Ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellt und zurecht für den Oscar nominiert ist. Sie verleiht Ihrer Rolle eine Zerbrechlichkeit, die im laufe des Films immer mehr zur Paranoia wird und an der sie letztendlich fast zugrunde geht. Man merkt wieviel Disziplin ihr die Rolle abverlangt hat. Man beachte nur die Tanzszenen, bei denen man doch öfter vergisst, dass es sich hier nicht um eine professionelleTänzerin sondern um eine Schauspielerin handelt. Es gibt während des gesamten Films keinen Moment , in dem man Ihr diese Rolle nicht völlig abnimmt. Jedoch sei hier nicht nur die Hauptdarstellerin erwähnt. Mila Kunis, bekannt aus der Sitcom die wilden Siebziger, spielt die Rolle von Ninas Konkurrentin Lilly, wunderbar, mit viel Erotik und Leichtigkeit. Hervorzuheben ist auch Barbara Hershey, Ninas Mutter, die wir zuletzt als Jigsaws Ehefrau in Saw 3 D sahen. Selbst psychisch labil wechselt sie gekonnt zwischen übertriebener Fürsorge und manischer Fixierung. In einer weiteren Nebenrolle brilliert zudem Winona Ryder als Ninas Vorgängerin Beth . Auch Vincent Cassel spielt die Rolle des Intendanten und Trainers sehr gekonnt und gibt diesem von Darren Aronofsky sehr klischeehaft angelegten Part, die nötige Prise Ernsthaftigkeit, wodurch diese Rolle nicht als Karikatur endet.
Zum Abschluss sei zu sagen, dass Black Swan gerade durch die schauspielerischen Leistungen der Darsteller ein unbedingtes Muss für alle Kinofans ist, die sich abseits vom Hollywood Mainstream unterhalten möchten.