Sehr geehrte Damen und Herren,
es freut mich Ihnen mitteilen zu dürfen, dass Herr Aronofsky wieder zu alter Stärke gefunden hat. Manch Einer mag sich nun fragen, ob er diese denn jemals verloren hatte. Diesen Menschen möchte ich zurufen: "Erinnern Sie sich!" Die letzten beiden Werke waren zwar insgesamt gut konsumierbar und hatten allesamt ihre Stärken, aber bei einem Ausnahmeregisseur, dessen Output zwar gering aber dafür umso beeindruckender war, sind zwei 7-Punkte Filme einfach etwas zu viel des „Mittelmäßigen“. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Natürlich war „The Wrestler“ ein guter Film, auf jeden Fall konnten die optischen Qualitäten eines „The fountain“ zu Begeisterungsstürmen verleiten. Aber insgesamt hat beiden Werken einfach die Perfektion gefehlt. Zu inkohärent schien mir das Ganze.
Wie bereits gesagt, „Black Swan“ hat all das wieder vergessen gemacht. Es ist sowohl eine Veränderung im Oeuvre Aronofskys, wenn man so will eine Weiterentwicklung, zu erkennen, als auch die Qualität, die seine ersten Werke „Pi“ und „Requiem for a dream“ auszeichnete. Und das obwohl es sich um ein Quasi-Remake handelt. Nein, geschätzte Leser, ich meine nicht „Schwanensee“, an dessen Handlung sich der Film zu orientieren scheint. Ich meine den Satoshi Kon-Klassiker „Perfect Blue“. Die Handlung, die Entwicklung, alles ist, bis auf die unterschiedliche Auflösung Ein und Dasselbe. Sie mögen nun den Kopf schütteln, von der Hand zu weisen ist es dennoch nicht. Spätestens seit „Requiem for a dream“ weiß der animekundige Vielseher, dass Aronofsky den Film kennt und schätzt. So sehr schätzt, dass er ein direktes Zitat, eine ganze Szene, in seinen Zweitfilm einbauen ließ.
Damit kann ich die Kritik hiermit beenden, wer sich über die Qualitäten von „Black Swan“ interessiert, möge ein anderes Review auf dieser Seite mit acht oder mehr Punkten als Bewertung zu Rate ziehen. Mir war es nur ein Bedürfnis auf diesen – seltsamerweise bisher noch nie zuvor gelesenen – Fakt aufmerksam zu machen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr holgocop