Es gibt sie eben doch noch! Unscheinbare Filme die völlig trostlos in der Videothek im Komödien-Bereich rum lungern. Völlig spontan habe ich mir "Einfach zu haben", oder auch "Easy A", ausgeliehen und war doch ziemlich überrascht. Zwar ist dieser zuckersüße Film nichts weltbewegendes, konnte mich aber durch die absolut hervorragende Hauptdarstellerin, Emma Stone, und der wunderschönen Story vollkommen überzeugen. In "Easy A" geht es um ein Schulmädchen namens Olive, die eigentlich ein totaler Außenseiter ist und nur ihre Freundin Rhiannon zum Plaudern hat. Durch eine kleine Lüge und mehreren winzigen Missverständnissen erlangt sie plötzlich einen recht eigenwilligen Ruf. Fortan gilt sie als absolutes Flittchen und wird von den Männern angestarrt und von den meisten Mädchen, insbesondere der strengen Glaubenstöchtern, abgrundtief gehasst. Doch der Ruhm kommt Olive nur Recht und beschließt dieses Image, obwohl sie tatsächlich noch Jungfrau ist, noch weiter zu verstärken. Was dann folgt ist eine Aneinanderreihung von wunderbaren Szenen, in denen Olive vortäuscht mit diversen Schülern, meistens totale Flaschen, Sex zu haben. Diese Szenen wurden wirklich sehr witzig umgesetzt und flachten, trotz des platten Themas, niemals in den Klamauk-Bereich ab. Besonders interessant fand ich die Erzählweise des Films. Olive berichtet ihre Erlebnisse per Webcam und spricht zunächst zum Zuschauer und teilt ihren "Leidensweg" in mehreren Abschnitten auf. Dabei zitiert sie viele Film-Klassiker und verteilt auch immer wieder Seitenhiebe an berühmte Kollegen (Demi Moore). Auch in den Nebenrollen bekommen wir einige nette Gesichter zu sehen. Da hätten wir zum Einen den Schuldirektor, der vom wunderbaren Malcolm McDowell gespielt wird und den Rektor wirklich absolut hervorragend verkörpert. Der absolute Sympathiebolzen war aber definitiv Mr. Griffith für mich, der von Thomas Haden Church (Der Sandman aus "Spiderman 3") absolut spitze verkörpert wird. Wie bereits erwähnt bleibt diese Komödie stets auf dem Boden und liefert uns keine billigen Rohkrepierer. Stattdessen bekommen wir nette Weisheiten fürs Leben mitgeteilt, die wir sicherlich alle aus unserem eigenen Leben kennen. Emma Stone macht einfach einen tollen Job und überzeugt als die unheimlich sympathische Olive auf ganzer Linie. Auch das Ende ist fernab von dem üblichen Lovestory-Kitsch und wirkt auch hier verhältnismäßig realistisch.
Ich kann "Easy A" wirklich allen Filmfans wärmstens empfehlen. Sofern man nicht absolut verhasst auf Komödien reagiert, wird man Olive und ihre Schrillen Gesellen schnell ins Herz schließen. Man sollte zwar keinen tiefsinnigen Humor erwarten, aber auch keine stumpfsinnige Humor-Qualität eines "American Pie".
Fazit : Unheimlich süße Komödie über Toleranz, Akzeptanz und Selbstbewusstsein. "Easy A" war eine echte Überraschung für mich und sollte besonders von Komödien-Fans unbedingt geguckt werden!
8/10