Mal eine High School Komödie. Die gibt es eigentlich nur in zwei Varianten: Entweder unerträglich albern und fäkalhumorfixiert, oder einigermaßen clever und unterhaltsam. Zu ersterer Kategorie gehören totale Rohrkrepierer wie Superbad oder die Scary Movie Filme, zu letzterer die Filme von John Hughes (Can't buy me Love oder Breakfast Club) oder die Shakespeare-Modernisierung "10 Dinge, die ich an dir hasse". Hier ist es der Versuch, Nathaniel Hawthornes Scarlet Letter in die Gegenwart zu verlegen (was als intertextuelle Anspielung besser funktionieren würde, wenn man den Roman nicht alle 2 Minuten erwähnen würde). Wie meistens liegen die Stärken in den Dialogen (vor allem die Hauptfigur bekommt ein paar herrlich sarkastische Zeilen) und ein paar schrulligen Nebenfiguren (die Eltern sind wunderbar). Überraschungen auf dem Weg zum vorhersehbaren Happy End gibt es keine, viele Figuren werden bewusst auf Klischees reduziert und durch den Kakao gezogen (was besser funktionieren würde, brächte man am Ende Olives subjektive Darstellung und zeigte Figuren als weniger flach, als sie sie zeichnet; leider traut der Film sich diese ironische Brechung nicht). Der Film gehört sicher nicht zu den großen Meisterwerken der Filmgeschichte, macht aber durchgängig Spaß. Da er auch nach 90 Minuten zu Ende geht, langweilt man sich keine Minute, so clever, wie er tut, ist er aber leider auch nicht, dafür sind die Anspielungen zu platt, die Klischeeisierungen zu konsequent und die Erzählperspektive wird mitten im Film ohne Not und Verstand für eine Szene aufgegeben. Aber lieber ein solcher Film mit Schwächen, als eine platte High-School-Komödie, die sich nur um die Frage dreht, wer seinen Mageninhalt als nächstes in irgendeiner Ecke verteilt.