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Martin Riggs, gespielt von Mel Gibson, und Roger Murtaugh, gespielt von Danny Glover, sollen, nachdem sie halb Los Angeles in Schutt und Asche gelegt haben, einen Kronzeugen, gespielt von Joe Pesci, beschützen. Das ist den beiden aber zu langweilig, weswegen sie aus dem Zeugen die Adresse der Hintermänner eines südafrikanischen Drogenkartells herauskitzeln, um gegen diese vorzugehen. Dumm nur, dass sich die Drogenbarone auf ihre diplomatische Immunität berufen und ihrerseits brutal gegen die Polizisten vorgehen.

Ableger bekannter Filme sind ein leidiges Thema, unzählige Filmkritiken beginnen mit dem Vergleich des Sequels/Prequels/Remakes/Spin-offs/Reboots mit dem Vorgänger, der im Rückblick häufig zum Überfilm verklärt wird. Aber wie sollte man eine Kritik zu „Lethal Weapon 2“, dem Sequel zu einem der bekanntesten Actionfilme überhaupt, auch anders beginnen, zumal es schon zwei Jahre nach „Zwei stahlharte Profis“ erschien? Vielleicht mit einem kleinen Lob:

„Lethal Weapon 2“ ist gelungenes Unterhaltungskino, ein Film, der sich und dem Zuschauer kaum eine ruhige Minute gönnt. Die Action-Szenen, gespickt mit bleihaltigen Schießereien, einem hohen Bodycount, flotten Verfolgungsjagden und explodierenden Autos, eben allem, was das Actionkino der 80er so hergab, sind sehr wohlwollend dosiert, aber auch gut gemacht und werden keineswegs langweilig oder eintönig. Darstellerisch wie inszenatorisch gibt es praktisch nichts zu bemängeln, Gibson und Glover geben erneut in überzeugender Weise die coolen Actionhelden, Richard Donner inszeniert das Ganze stylish und flott, sorgt für einen kurzweiligen Fernsehabend, wobei er auch humoristische Höhepunkte setzt, die praktisch unvergesslich bleiben. Besonders die unter Murtaughs Toilette platzierte Bombe dürfte von fast allen Zuschauern direkt mit diesem Film assoziiert werden.

Viel mehr lässt sich aber nicht sagen, ohne den Vergleich mit dem Vorgänger zu ziehen - und den verliert das Sequel letztendlich knapp. Die Story ist diesmal so dünn, dass es vermutlich nicht einmal eines ganzen Bierdeckels bedarf, um sie unterzubekommen, die Charaktere bleiben blasser als im ersten Film. Schon nach wenigen Minuten ist klar, wer der Böse ist und wohin der Hase laufen wird, anders als bei „Zwei stahlharte Profis“, der zumindest die eine oder andere unverhoffte Wendung bereithielt. Die Spannung resultiert immerhin streckenweise daraus, dass der südafrikanische Fiesling, der Drogenbaron und Herrenmensch des Apartheitregimes, heftig austeilt und sich hinter seiner diplomatischen Immunität verschanzt.

Donner versucht dabei, seine Charaktere weiter zu vertiefen, doch das gelingt nicht. Zwar werden die Hintergründe des tragischen Unfalls, welcher Riggs` Frau einst das Leben kostete, aufgeklärt und eine zähe Affäre mit einer, von einer bezaubernden Patsy Kensit verkörperten Sekretärin, thematisiert, doch letztendlich fehlt der ernste Ton, fehlen die glaubwürdigen Gefühle des Vorgängers. Die emotionaleren Momente wirken daher vergleichsweise aufgesetzt, man gewinnt das Gefühl, der Film müsse unbedingt noch den einen oder anderen ernsten Hintergrund konstruieren. Echtes Mitgefühl für den armen Riggs, der hier schon die zweite große Liebe verliert, wird so nicht erzeugt, dafür spielt „Lethal Weapon 2“ aber ganz gut mit der Wut des Zuschauers und richtet diese gekonnt auf den Bösewicht. Selten hat man jedenfalls derart viele und schöne Rechtfertigungen für einen Rachefeldzug, für polizeiliche Selbstjustiz serviert bekommen, während die diplomatische Immunität zum regelrechten Schimpfwort verkommt.

Dass dem zweiten Teil der Ernst und die Emotionalität des Vorgängers etwas abgehen, lässt sich letztendlich aber verschmerzen, weil Donner voll auf die humoristische Karte setzt. Mit dem gut aufgelegten Joe Pesci stellt er den beiden Protagonisten, die sich erneut einige witzige Wortgefechte liefern, einen lustigen Sidekick zur Seite, der mal etwas zu sehr über die Stränge schlägt, insgesamt aber mit seinem lockeren Mundwerk für eine gewisse Heiterkeit sorgt, wenngleich die Art des Humors mittlerweile etwas antiquiert erscheinen mag. Außerdem nimmt sich der Film nicht allzu ernst, er zelebriert die dünne Story vielmehr, versucht zumindest phasenweise mit den Klischees des Genres zu spielen, ohne sie jedoch vollends ablegen zu können. Donner wählt einen ganz anderen Ton als beim Vorgänger, insgesamt aber keinen schlechten.

Fazit:
„Lethal Weapon 2“ setzt stärker auf die humoristische Karte, weshalb die emotionaleren Momente, welche den Vorgänger noch auszeichneten, weichen müssen. Aufgrund der dünnen Story fällt das kurzweilige Sequel zwar ein wenig hinter den Vorgänger zurück, bietet mit seinen sehenswerten Action-Sequenzen und einigen gelungenen Gags aber weiterhin gelungene Unterhaltung.

69 %

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