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Mit "Legend of the Fist" bringt Donnie Yen den nächsten Martial-Arts-Kracher nach Deutschland. Nach "IP Man" 1 & 2 schafft er es wieder einmal den geneigten Martial-Arts-Fan vor Freude im Dreieck springen zu lassen, wenngleich Kung-Fu-Einlagen recht rar gehalten sind.

Der Film weist eine ruhige, aber nicht zu langatmige Erzählstruktur vor, ohne wichtige Details auszulassen oder gar unwichtige Stränge einzubauen. In grausamen und gleichzeitig bewegenden Bildern wird der Zuschauer in das Kriegsgeschehen eingeführt, währenddessen er den Charakter des Chen Zhen (Donnie Yen) kennenlernt. Neben dem tollen Erzählstil muss sich auch der Score nicht verstecken, denn der teils opernhafte Klang passt in ach so vielen Kampfszenen, aber auch in vielen dramatischen Momenten, wie die Faust auf's Auge und unterstreicht den doch sehr dramatischen Touch des Geschehens.

Manch einer könnte eventuell eine Art Kriegsdrama vermuten, was durch die Anfangssequenzen hervorgerufen werden könnte, jedoch wird diese Vermutung schlagartig zerstört, als Donnie Yen, getrieben von Wut und Verzweiflung, einige deutsche Soldaten in feinster Kung-Fu-Manier erledigt. Hierbei werden deftige und ziemlich blutige Szenen natürlich nicht ausgelassen, und so kommen auch "blutgeile Actionfanatiker" voll und ganz auf ihre Kosten.

Im Laufe des Films wird einem erst bewusst, wer wie und weshalb in die Invasion der Japaner involviert ist, und was es mit dem mysteriösen Chen Zhen wirklich auf sich hat. Wirklich genial ist die Szene, in der japanische Invasoren versuchen einen chinesischen Staatsmann, genau erfährt man dies leider nicht, zu ermorden, plötzlich kommt der "Masked Warrior" daher und teilt ordentlich aus, zwischendrin sieht man das Schaufenster, vor dem Donnie Yen kurz zuvor gestanden hat, leerstehend - die Kluft des "Masked Warrior's", einem Film, der im Film selbst in den Kinos läuft, fehlt.

Die tollen Slow-mo-Aufnahmen und der prasselnde Regen verleihen den grandiosen Kampfsequenzen den gewissen dramatischen Effekt, und betonen die atemberaubende Akrobatik, die Donnie Yen wieder einmal beweisen darf. Auf die furiose erste halbe Stunde wird die eigentliche Geschichte fortgeführt und von tollen Kampfeinlagen fehlt erst mal jede Spur - stört aber nicht - denn charismatisch wie Yen eben ist, meistert er diese Leerlaufstrecke im Schlaf und der Zuschauer ist gespannt auf das weitere Geschehen, nicht nur wegen des maskierten Kriegers und seiner nächsten Taten, sondern auch, um zu erfahren wie und womit die Chinesen den Aufstand proben werden. So wird die für Martial-Arts-Fans teils doch recht harte Durststrecke mit Dramatik und Spannung überbrückt. Gegen Ende kann man sich dann wieder den Kampfkünsten Donnie Yen's erfreuen - aber nicht nur das - viel mehr Freude dürften wohl die dafür herhaltenden und reihenweise fallenden japanischen "Bösewichte" machen.

Leider fällt der finale Fight zwischen Chen Zhen und dem japanischen General viel zu kurz aus - dennoch ein unglaublich harter und umwerfender Kampf.

Donnie Yen ist momentan einfach einer der besten Martial-Arts-Darsteller, den das asiatische Kino, welches bei uns, gerade in den Kinos, leider viel zu wenig Berücksichtigung erfährt, zu bieten hat!

Sehr gute 9 Punkte.

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