Da denkt man, es handelt sich bei Feuerteufel - Die Rückkher um ein Sequel des ersten Teils mit Drew Barrymore, und dann dass. Der nämlich fälschlicherweise als Feuerteufel 2 ausgegebene Film orientiert sich weitaus mehr an einer möglichst logischen Fortsetzung des Romans von Stephen King, und so steht er in keinem Verhältniss zur Erstverfilmung.
Ich ging mit einigermaßen großen Erwartungen an dieses Machwerk, immerhin wird er ja manchmal mit Lob überschüttet. Aber die erste Stunde, die der Film lief, war ich echt bedient. Ich habe gedacht ich bekommen die Handlung der ersten Verfilmung weitererzählt, aber nein, da fängt der Film mittendrin an und erzählt die Story rund um die kleine Charlie McGee in vielleicht 20 Minuten Rückblenden, das wars. Mit King hat das alles herzlich wenig so tun, denn bis auf die Rückblenden (Die mitunter auch an den Haaren herbeigezogen sind) hat dieser Film so gut wie nichts mit Kings geistiger Vorlage zu tun. Gut, es gibt noch die selben Figuren wie Charlie, John Rainbird oder Andrew und Vicky McGee, aber da stoppt der Zug auch, denn jetzt fängt die eigenständige Geschichte an, die "logische" Weitererzählung rund um die Firma und Rainbird. Dass Rainbird hundertpro gestorben ist interessiert keinen, hier sieht man ihn frivol mit ein paar Brandnaben im Gesicht, fertig aus.
Nun mal eben zur Story: Anscheinend exestiert "der Shop" (Im deutschen etwas unglücklich mit "Die Firma" übersetzt) immernoch und nun versucht man im Rahmen einer sogenannten Wiedergutmachung der Leute, die an dem damaligen Experiment Lot 6 mitgemacht haben, eben diese umzubringen, damit man sämtliche Spuren, die auf die Firma schließen könnten, vom Tisch hat. Ein junger Schreibtisch-Liebhaber namens Vincent macht da natürlich ohne jegliches Wissen mit, bis er bald merkt, dass da doch was krumm läuft! Nun will er der jungen Charlene McGee helfen, die die Tochter zweier Teilnehmer von Lot 6 ist und nun über Pyrokinese verfügt. Aber Onkel John Rainbird, der ja bekanntlich ein wohl oder übel inniges Verhältniss zu Charlie hatte, riecht Lunte. So versammelt er übernatürliche Kinder, die Charlie Einhalt gebieten sollen. Mal kurz zu den sogenannten Fähigkeiten der Kinder. Eins kann Leute dazu zwingen Sachen zu machen, das andere kann durch Schreie ganze Wände zerbersten, ein anderes kann zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden (Gähn), das vierte kann mal eben Sachen durch die Gegend fliegen lassen und das vermeitlich mächtigste saugt Energie auf. An letzterem Knaben hat Old Johnny Boy besonderes Interesse, weil er glaubt, in dem Burschen eine Art Gott großziehen zu können. Viel Spaß! Aber Charlie ist das ziemlich Brause, ob sie will oder nicht, sie brennt alles nieder.
Wenn wir ehrlich sind, ist die Story gar nicht mal schlecht. Tatsächlich handelt es sich bis auf die Ausnahme, dass Rainbird unter mysteriösen Umständen noch lebt, um eine logische Nacherzählung. Gut, die Kinder erinnern ein wenig zu sehr an kindische Varianten der X-Men, aber was solls? Besser gut kopiert als schlecht selbst gemacht. Und zumindestens können die Kinder ein wenig überzeugen, der obligatorische Schmollmund ist allerdings auch hier present.
Wirklich langweilig ist alles nicht, am Anfang zieht es sich nur etwas hin wie Kaugummi und der Showdown ist schließlich auch nichts weiter als vorhersehbare Kost. Die Effekte sind für eine Serie wirklich gelungen. Die Schauspieler sind auch gut gewählt. Malcom McDowell ist zwar kein so guter Rainbird wie George C. Scott (Der war erstmal weitaus boshafter und auch realistischer), aber er macht seine Sache erstaunlich gut. Dennis Hooper ist in einer eher kurzen Nebenrolle zu sehen. Er spielt jemanden, der die Zukunft und den ganzen Kram sehen kann. Zugegeben kingtypisch, auch wenn es schon fast etwas ironisch wirkt.
So ist die Neuverfilmung vom Feuerkind mit anschließender Nacherzählung vielleicht nicht wirklich notwendig gewesen, aber zum angucken reichts. Die Effekte trösten ein wenig über die etwas lahmen wie trostlosen Kulissen hinweg. Als normaler Zuschauer würde ich dem Film sicherlich 7 oder sogar 8 Punkte geben, aber als King-Fan kommt einem das etwas komisch vor, wenn man einen Film mit von King erschaffenden Charakteren sieht, die allerdings in einer Welt handeln, die nicht von King erschaffen wurde. Sicherlich, interessant ist es schon, aber wenn man das Buch gelesen hat schleichen sich ein paar Fehler hinein, die zur Notwendigkeit der Nacherzählung eingefügt wurden. Und leider blinzelt einem hier und da auch eine unüberwindbare Lächerlichkeit zu.
Fazit
ja, was soll man sagen. Wenn man Fan des ersten Films war, wird einem auch dieser gefallen. Leuten, die das Buch gelesen haben, ist das vielleicht nicht ganz so zu empfehlen. Nett weitererzählt, aber letztendlich unnötig.
6,5 / 10