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Ein Mann erwacht ohne Gedächtnis und mit gebrochenen Knochen in einem Autowrack irgendwo in der Wildnis. Weder kann er sich erinnern, wer er ist, noch, wie er in diese missliche Lage kam. Fest steht bloß, dass auf dem Rücksitz ein Toter liegt, und der Kadaver mit seinem Geruch langsam wilde Tiere anzieht. Der Mann im Wagen halluziniert von einer jungen Frau (einer früheren Bekannten?). Als niemand zur Hilfe kommt, schient er mühevoll sein Bein und krabbelt Richtung Straße. Dabei macht er interessante neue Entdeckungen.

Mit so einem "reißerischen" Text wird der Kunde angelockt, für sich zu entscheiden, den Film dann doch mal mitzunehmen. Der Name "Adrian Brody" (Der Pianist, Predator III) steht ja eigentlich für Qualität, auch wenn Brody in letzter Zeit mit dem Remake der deutschen Bombe "Das Experiment" arg abstinkte.
Auch hier hätte mal besser er selber anstatt sein Manager das Drehbuch gelesen - denn der Hauptgrund, warum Brody sich für den Film entschieden hat, dürfte wohl sein, dass ein einziger Schauspieler mal wieder einen ganzen Film alleine tragen kann bzw. muss.

Nur was man hier zu sehen bekommt, grenzt an Verarsche. Bahnbrechende zwanzig Minuten dauert es, bis Brody überhaupt mal aus dem Auto kommt, um danach sich mit einem (scheinbar wilden) Hund anzufreunden, durchs Dickicht zu krabbeln und in Halluzinationen zu schwelgen. Diese Hallos, in denen er die immer wieder kehrende Frau sieht, die er scheinbar beim Bankraub erschossen hatte, sind dann auch schon die Highlights - da hier mal Dialoge stattfinden. Ansonsten hört man Brody nur motzen oder eine Meditations-CD mit dem Namen "Waldklänge & Waldgeräusche", die scheinbar als Soundtrack herhalten musste. Spannung, Action oder sonstiges sucht man hier vergebens. Die Unterhaltungskurve bewegt sich permanent auf dem selben Level wie Brody: auf dem Boden kriechend.

Falls man  bis zum "Finale" auf der Couch nicht weggeratzt ist, bekommt man noch den Plottwist serviert, den man schon meilenweit vor dem Finale K(riechen) kann.

Also, alle die sich wirklich mal ganz übel langweilen wollen, schauen sich "Wrecked" an - oder wahlweise die Testseite "195" im Teletext. Ich weiß nicht, was mehr Substanz von den beiden Sachen hat.

1/10

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