Inhalt:
China, unter der Herrschaft des manchurischen Qing-Kaisers Yung Cheng.
Um diese Regentschaft rigoros zu sichern, wird der blinde Ex-Mönch Fung Sheng (Kam Kong) an einer furchbaren Waffe ausgebildet: Der "fliegenden Guillotine"! Diese Gerät wird über den Kopf des zu Tötenden geworfen, und der Werfer zieht es wieder an sich, das Opfer ist enthauptet!
Fung Sheng lebt in den Bergen..., und durch eine Brieftaube erhält er die Nachricht, dass seine beiden Schüler, seine Neffen Yan Lun und Yan Fu tot sind.
Sie wurden von Wang Yu (Jimmy Wang Yu), dem einarmigen Boxer, getötet.
Fung Sheng schwört dem einarmigen Boxer blutige Rache!
Dieser betreibt eine KungFu-Kampfschule, zusammen mit seinem Bruder.
Da erhält die Schule die Nachricht, dass eine andere Kampfschule, die Schule der "Adlerkralle" ein Kampfturnier veranstaltet. Kämpfe auf Leben oder Tod!
Wang Yu und einige Schüler werden als Beobachter dabei sein, doch ist Vorsicht geboten: Die Schule steht bereits im Focus der Qing!
Veranstalter des Turniers ist Wu Chang San (Yu Chung-Chin), dessen Tochter Shao Ti (Doris Lung Cheng-Erh) sogar an diesem Contest teilnimmt.
Illustre Kämpfer aus China, aus ganz Ost-Asien, nehmen an diesem Turnier teil..., es kommt zu den ersten Kämpfen, zu den ersten Toten, all das vor Wang Yu und seinen Männern.
Die Regierung vermutet, dass dieses Turnier zu einem Aufstand genutzt werden, oder im Umfeld einen Aufstand auslösen könnte. Deshalb schickt sie einen Agenten zu diesem Turnier: Fung Sheng!
Und der will vor allem eines: Mit dem einarmigen Boxer abrechnen!
2 Kämpfer des Turniers stehen auf seiner Seite: Der Thai-Boxer Nai Men (Sham Chin Bo), und ein indischer Fighter (Wong Wing-Sang)!
Derweil ist der japanische Kämpfer Yakuma (Lung Fei) weniger am einarmigen Boxer interessiert, als an Shao Ti!
Als alle Unklarheiten beseitigt sind, nach zahllosen Kämpfen..., kommt es zwischen Fung Sheng und dem einarmigen Boxer zum endgültigen Show-Down, zum blutigen Kampf auf Leben oder Tod.....!
Fazit:
Mein Werk hier bei ofdb.de wäre unvollendet -Vollkommenheit ist aber bei Tausenden von Eastern-Produktionen eh nicht erreichbar-, würde ich nicht auch noch diesen Streifen, DEN Trash-Eastern schlechthin, der auch in Deutschland Kult-Status genießt, hier besprechen.
Im Jahre 1976 drehte Regisseur und Hauptdarsteller in einem, Jimmy Wang Yu, einen geradezu fulminanten, geilen, harten Trash-Eastern für die Studios von "First Films", einer Produktion von Wong Cheuk-Hon.
Klare Bilder, eine immer spannende Atmosphäre, rockiger Soundtrack..., und eine hauchdünne Story, die nur eines irgendwie zusammenhalten soll: Zahllose KungFu-Fights..., fast pausenlose Brutalitäten am laufenden Band.
Ein geiler Actioner mit Trash-Einlagen..., und einer coolen, fast mimiklosen Kampf-Sau... Wang Yu, wem auch sonst?
Die Geschichte ist so einfach gestrickt, die kann man eigentlich nur relativ strickt abdrehen. Und das gelingt denn Wang Yu so einigermaßen, langweilig kann es bei der Fight-Dichte eh nie..., und die Atmosphäre atmet Gewalt, stinkt nach physischer Auseinandersetzung. Ein für Eastern-Verhältnisse rauer, fast "aggressiver" Soundtrack sorgt für weiteres im Bezug darauf.
Ein Kampfturnier mitten im Film, für etliche Minuten Schauplatz von gewalttätigen Einlagen und allerlei Rohheiten, sorgt für wohliges Behagen beim Gewalt-Voyeur (sind ja letztendlich alle Eastern-Fans).
Die zahllosen Fights sind nicht immer im Trash-Bereich, sind von den Lau-Brüdern Lau Kar Wing und Lau Kar Leung auch ernsthaft choreographiert..., und eine klasse mitgehende Kamera sorgt zudem für den dynamischen Drive.
Geile, harte Kämpfe.
Trash bleibt nicht aus..., Explosionen, die fliegenden Guillotinen, der Inder kann die Arme ausfahren, der Villain fliegt in den bereitstehenden Sarg..., das macht aus "Duell der Giganten" auch einen richtig gut unterhaltenden Streifen. Da die ernste Gewalt doch vorherrscht, und so gut gemacht ist..., nimmt man diese Trash-Einlagen halt so mit. Irgendwie ist es so, dass diese Einlagen den Streifen nicht konterkarieren..., sondern die Gewalt unterhaltsam untermalen. Ich weiß nicht...
Alles mündet zielgerichtet in einen langen, kernigen Show-Down, so soll das sein.
Wang Yu spielt sich wieder mal selbst..., die coole Kampf-Sau. Er leiert seinen Text fast lustlos wirkend runter. Das macht ihn aber auch irgendwie provozierend lässig..., Motto: "Was willst du Arsch? Probleme?. Jimmy wie gehabt, fertig.
Kam Kong ist der Villain auf geradezu unnachahmliche Weise. Also so wurde ein Villain wohl selten dargestellt. Irgendwie in sich ruhend..., doch stets gefährlich, bereit mit seiner fliegenden Guillotine eine blutige Ernte einzufahren.
Ein Einsiedler in den Bergen..., eigentlich ganz ruhig, träge fast. Man hat noch nicht mal den Eindruck, dass es in ihm brodeln würde. Nö..., die Ausbrüche kommen aus dem Nichts.
Kam Kong, einer der ungewöhlichsten Bösewichte der Eastern-Historie.
Doris Lung Cheng-Erh hat die einzige weibliche Rolle inne..., ist attraktiv, klar. Und überrascht alle, als sie doch tatsächlich bei diesem rüden Killer-Contest dabei ist!
Ansonsten geht sie in der männlich dominierten Gewalt erwartungsgemäß unter.
Der Rest ist fast Staffage: Sham Chin Bo mimt den undurchsichtigen Thai-Boxer, Lung Fei als japanischer Fighter mit nebulöser Aura, Wong Wing-Sang ist der anlackierte Inder, der die Arme so ausfahren kann, dass er von der Seite wie eine "Gottesanbeterin", eine Fangschrecken-Art, ausschaut.
Man entdeckt noch Lau Kar Wing als Turnierfighter, Wang Yu-Dauergefährte Shan Mao mit Kurz-Auftritt..., und Sit Hon agiert als beinahe nervtötender "Ring-Sprecher", fehlt nur noch ein albernes Mikro.
Über "Duell der Giganten" ("Master of the flying guillotine") braucht es nicht viele Worte.
Ein kultiger Eastern, der es als trashig angehauchter Wang Yu-Actioner sogar im Internet in so manche "Martial Arts Movies"-Toplist geschafft hat.
Die DVD von "Splendid" sollte jeder Eastern-Fan in seinem gut sortierten DVD-Schrank haben.
8/10.