"Jedes Opfer, das wir bringen, muss für das Wohl von allen sein."
Das Terminus versprach eine sichere Zuflucht vor den Untoten. Rick Grimes (Andrew Lincoln), Bob Stookey (Lawrence Gilliard junior), Daryl Dixon (Norman Reedus), Glenn Rhee (Steven Yeun) sowie weitere der Gruppe wurden nach der Ankunft jedoch gefangen genommen. Nach kurzer Zeit wird ihnen klar, dass die dortigen Bewohner schutzsuchende Menschen anlocken, um sie zu verspeisen.
Durch die Spaltung der Gruppe ist Carol Peletier (Melissa McBride) immer noch außerhalb des Terminus und beobachtet die Gefangenen von außerhalb. In einer spektakulären Rettungsaktion gelingt es Carol alle ihre Freunde unversehrt aus den Fängen der brutalen Kannibalen zu befreien.
Abraham Ford (Michael Cudlitz) besteht auf die Fortsetzung ihrer Reise nach Washington D.C., um dort nach Rettung und einem Heilmittel zu suchen. Da sich Rick und einige andere dagegen entscheiden, kommt es zu einer erneuten Spaltung der Gruppe.
Staffel 5 der Serie "The Walking Dead" setzt direkt an den Schluss der vierten Staffel an und schließt die offen gelassenen Handlungsstränge bereits in der ersten Episode. Somit startet die Staffel direkt mit einem enormen Tempo, hält dieses über viele Episoden und gönnt sich erst vor dem Staffelfinale eine kleine Pause, um die völlig verkommenen Hauptfiguren einem für sie schwer annehmbaren, sicheren Umfeld zu übergeben. Dass dies nicht so bleibt, ist in kurzer Zeit ersichtlich. Denn so wie bisher ist der Mensch der größte Feind des Menschen.
Es wird wieder gestorben und das nicht zu knapp. Der kompromisslose Umgang mit den Figuren ist eines der Markenzeichen der Serie und gleichzeitig eines der spannungsfördernsten. Nicht nur im Finale der Staffel verabschiedet sich "The Walking Dead" von manch handlungsrelevanter Figur. Und dennoch ist reichlich Zeitaufwendung für eine sehr greifbare Figurenzeichnung vorhanden. Jede macht einen deutlichen Wandel durch, der durch die menschenfeindliche Umgebung klar umrissen wird.
Die Hoffnung auf ein Heilmittel, die Suche nach einer Unterkunft, Nahrung und Wasser sowie die Verteidigung einer gefundenen Behausung stehen im erzählerischen Mittelpunkt. Menschlichkeit, Religion und Glaube, Verlust, Überleben sowie die Bedeutung einer Zivilisation gehören zu den dominanten Themen.
Die Untoten unterbrechen zyklisch die angespannte Lage. Das Töten durch Kopfschüsse oder Einstiche in den Kopf und zerfetzt werden von den wandelnden Toten ist in gewohnter Härte inszeniert. Blutig werden Gliedmaßen abgeschlagen, die Organe heraus gerissen oder Körper bis zur Unkenntlichkeit deformiert. Nichts für schwache Gemüter.
Es ist zwar ersichtlich, dass die ein und andere Kulisse digitaler Herkunft ist, die Effekte sind neben den realen Kulissen jedoch aufwendig. Dies kommt der bedrückenden, melancholischen Atmosphäre zu Gute, die durch sanfte Töne zusätzlich intensiviert wird.
Schon lange sind die Darsteller eingespielt. Jeder beherrscht seine Rolle und spielt sie ausgiebig aus. Einige mit einer höheren Sichtbarkeit, andere in ihren teils etwas abgedroschenen Nebenrollen. Die Mischung und das komplexe Beziehungsgeflecht funktionieren und harmoniert. Glaubwürdigkeit spielt sich in vielen Gesichtern wieder.
Auch die 5. Staffel hält den hohen Anspruch an die Serie. Das komplexe Horrordrama verdichtet sich in Momenten, wo Überlebende aufeinander treffen und hat teils ähnlich blutige Ausgänge, als wenn es ein Angriff der Untoten wäre. Die Präsentation ist annähernd im Kinoformat. Der beeindruckende Aufwand wird nur durch die spannende Handlung, die heftige Gewaltdarstellung sowie den kompromisslosen Umgang mit den Charakteren übertrumpft. Selbst das Einbrechen des erzählerischen Tempos in den mittleren Folgen wird durch eine anhaltende angespannte Atmosphäre kompensiert.
10 / 10