Review

Staffel 5

Staffel 5


Sag niemals das Z-Wort

The Walking Dead hat Horrorserien populär gemacht, zählt zu den 5 größten momentan laufenden Shows überhaupt & ist jeden Herbst um Halloween ein Event. Genre-Fans verdanken der Serie viel & sollten weniger kritisieren als genießen. In Staffel 1-4 gab es schon viel Herausragendes, wenig Durchhänger - man könnte meinen, alles was jetzt kommt, ist Zugabe. Falsch gedacht - vom Gefühl her, befindet sich die Zombieserie nun auf ihrem Höhepunkt, den es gilt, so lange wie möglich zu verlängern, Qualität zu halten. Ich hoffe, eine Zombie-Abstumpfung & Ermüdung durch Hype & sogar (guter) Spin-Off-Serie, umgeht mich noch einige Zeit. Und auch wenn es heißt, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist: da die Serie einzigartig & durch die Comics genug Stoff da ist, muss das absolut noch nicht sein!

Wo führt die Reise Rick, Carol & Co. also diesmal hin? Staffel 5 bietet vielleicht mehr Abwechslung in seinen 16 Folgen, als alle anderen Seasons bisher. Terminus samt seiner Kannibalen wird in einem actionreichen Staffelbeginn recht fix hinter sich gelassen, danach lernen wir im schwächsten Teil der Staffel, was mit Beth passiert, dann wie die Gruppe gegen Hunger & Natur kämpft & sie schließlich in Alexandria ein mögliches, sicheres Zuhause findet. Tempo ist also drin, sodass selbst die schwächeren Episoden schnell vergessen sind. Ganz abgesehen davon, dass sie wie immer ihren Teil dazu beisteuern, näher an den Charaktern zu sein, als je zuvor. Und mittlerweile ist die Gruppe zum Großteil so verstört & abgestumpft, dass man gar nicht mehr so genau weiß, ob man das überhaupt möchte...

Obwohl anscheinend sichere Städte oder der Kampf ums Überleben unter freiem Himmel schon öfters Thema waren, fühlen sich die Handlung & die Action meist frisch & noch nicht abgenutzt an. Ebenso sind die Verluste von Tyrese & Noah heftig & ein weiterhin bestehender Pluspunkt der Serie: jeder kann der nächste Tote sein. Beth ist auch schmerzhaft im Midseason-Finale, allerdings verdrängten einige dumme Aktionen von ihr, einen Großteil meines Mitleids. Auch das Finale ist nicht ganz perfekt, aber sehr schockierend zu sehen, wie weit sich die Gruppe von der Zivilisation & vom Frieden entfernt hat. Ebenso wie der Großteil der Welt.

Auch wenn ich mich nicht mit allen Charaktern zufrieden zeige (Pastor, Alexandrianer), machen einige sehr interessante & künstlerisch waghalsige Episoden (Tyreses Tod z.B., samt Folgen für seine Schwester) einfach nur Spaß. Zumindest aus filmtechnischer Sicht. Ebenso ist eine dauerhafte Grundspannung da, die Zombies sind ekliger & verwester denn je & die Probleme der Gruppe bei der Eingliederung in Alexandria oft tragikomisch. Auch einige Vorausdeutungen auf Gegner & alte Bekannte die uns in Staffel 6 drohen/bereichern könnten, sind clever & zu richtigen Momenten gestreut. Auf Morgan freue ich mich, der anscheinend gut Kampfkunst mit seinem Stock gelernt hat, & auf einige actionreiche Duelle mit den Wölfen. Nette Randnotiz: Carl ist bei weitem nicht mehr so nervig wie früher! - das ich das noch erleben darf ;)

Fazit: diese Serie, wird einfach nicht schlechter & ein Ausweg oder Ende ist (zum Glück) noch lange nicht in Sicht. Etliche Highlights auch in S5 & zu sehen, wie weit es mit der Gruppe gekommen ist, menschlich & psychisch, ist erschreckender als jede Beißer-Herde! Die Wölfe können kommen...

(9,5/10)

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