Review

Don’t Look Up
(Koch Media) 

Remakes sind in der Regel immer eine relativ sichere Bank, einen damals erfolgreichen Film zu modernisieren und einem neuen Publikum zu präsentieren, welches in der Regel das original nicht kennt. Was macht man jedoch, wenn das Original ein schon damals nur minder spannender japanischer Gruselfilm war, dieser Trend jedoch mittlerweile so abgenutzt erscheint, dass man damit wohl kaum mehr jemanden hinter dem Ofen hervorzulocken vermag? Man holt sich einen nicht zu zimperlichen Regisseur und verlegt die Handlung an andere Schauplätze.
So geschehen in dem hier vorliegenden Don’t Look Up. War das Original aus dem Jahre 1996 unter der Regie von Altmeister Hideo Nakata (Chaos, The Ring) noch ein zwar solider doch etwas holpriger Versuch, das heutzutage bekannte Horrormuster zu etablieren (der Klassiker The Ring folgte erst 2 Jahre später), so hat man bei dem Remake nun die Situation, diese mittlerweile klassischen Zutaten neu variieren zu müssen, um sie noch spannend oder interessant zu gestalten. Dazu holte man sich den erfahrenen Regisseur Fruit Chan (Dumplings, Three…Extremes, The Longest Summer), welcher bewies, dass er den Mut zu skandalträchtigen Stilmitteln, aber auch das handwerkliche Geschick für solide Unterhaltung mitbringt. Die Geschichte wurde etwas vielschichtiger angelegt, der Drehort nach Rumänien verlegt, und die Effekte etwas drastischer gestaltet, damit der Horrorfan der Gegenwart etwas geboten bekommt.
Der junge Regisseur Marcus Reed (Reshad Strik) hatte nach einem erfolgreichen Debütfilm durch private Probleme verursachte psychische Probleme, woraufhin sein zweiter Spielfilm gnadenlos fehlschlug. Nun bekommt er eine erneute Chance in Form eines neuen Filmes über eine verfluchte Romafrau namens Lila Kis. Dies soll ein Remake eines Filmes aus den späten 20ern des letzten Jahrhunderts darstellen, der bekannt wurde durch seine mysteriösen Geistererscheinungen, welche den damaligen Regisseur Bela Olt (in einer kleinen Nebenrolle: Eli Roth, Hostel) heimsuchten. Doch schon von Drehbeginn an, man wählte denselben Drehort wie damals beim original, scheinen die damaligen Vorkommnisse sich zu wiederholen, denn es erscheinen geheimnisvolle Geiserbilder auf dem Filmmaterial. Als plötzlich verschollen geglaubtes altes Filmmaterial auftaucht, und sich die mysteriösen Vorkommnisse am Set häufen, verdichtet sich der Hinweis, dass die Dreharbeiten ebenfalls unter dem alten Fluch zu leiden haben.
Don’t Look Up hinterlässt einen eher zwiespältigen Eindruck. Auf der einen Seite kann der Film mit einem atmosphärischen Drehort, und stimmigen Sets überzeugen, die Schockmomente und Goreszenen sitzen, so dass der Genrefreund erstmal oberflächlich zufrieden sein dürfte. Aber dann haben wir auf der anderen Seite die zum Teil wenig überzeugenden Darsteller und das holprige Drehbuch, welches dass einreißt, was zuvor an Stimmung aufgebaut wurde. Nebenplots werden angedeutet, aber nicht zu einem Ende geführt, Dialoge wirken gestelzt und aufgesetzt und einige der Effekte sind dazu noch offensichtlich als CGI erkennbar.
Technisch ist die Blu-ray aus dem Hause Koch Media über jeden Zweifel erhaben. Ein gestochen scharfes und plastisches Bild wird hervorragend durch einen satten und ausbalancierten Sound unterstützt, im Bonussektor findet man dazu neben einem Trailer und einer Programmschau noch Biografien in Textform.
Somit ist Don’t Look Up für den Genrefan interessant, wird aber keinen lang anhaltend bleibenden Eindruck hinterlassen. Wer also auf eine japanische Aquarius – Variante mit Mysteryanteilen steht, sich von zum Teil echt harten Szenen nicht abschrecken lässt, der ist hier für kurzweilige Unterhaltung hervorragend beraten.  

CFS

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