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Die Grundlage für das Remake eines asiatischen Gruselstreifens scheint so urban wie bekannt und nicht zuletzt an „Rumpelstilzchen“ erinnernd: Der Pakt mit dem Teufel, indem eine Frau ihren Erstgeborenen verspricht, danach aber Höllenqualen durchleidet.
Leider verspielt das Skript die passablen Ansätze, die im Verlauf immer weniger zueinander finden.

Es begab sich im Jahre 1928 in Rumänien, als eine Filmcrew das Schicksal der gepeinigten Dorffrau verfilmen wollte, doch kurz darauf spurlos verschwand.
Nun will der designierte Filmemacher Marcus (Reshad Strik) am selben Drehort einen neuen Versuch des Projektes wagen, da er zunehmend von Visionen verfolgt wird, was sich seinerzeit in Sachen Teufelspakt zugetragen hat. Doch dann kommt es am Filmset zum ersten Todesfall…

Die holzschnittartigen Darsteller und ihre zuweilen grenzdebilen Dialoge sind zu verkraften, denn dafür vermag die Kulisse des alten Gemäuers durchaus zu punkten.
Sie wirkt fast so urig wie die alten Locations um Lugosi und Karloff in ihren Klassikern, - recht rustikal, viel Holz, eine hohe Decke und im Obergeschoss kleine Gänge mit einigen Vorhängen.
Auch die Versuche des Filmens im Film sehen ordentlich aus und vermitteln, was Marcus mit seinem Projekt beabsichtigt.

Dass die Hauptfigur völlig durch den Wind ist, wird von vornherein deutlich: Marcus schluckt Pillen, wirkt oft lethargisch und äußert sich selten zu aktuellen Besprechungen am Set, sondern konzentriert sich voll auf seine Visionen, die sämtliche Kollegen als Halluzinationen abtun. Jene alptraumhafte Wahrnehmungen fügen sich ordentlich ins Bild, doch als es zum ersten Ableben am Set kommt, häufen sich zunehmend Fragezeichen in Sachen logische Zusammenhänge.

Was es konkret mit den Fliegenschwärmen auf sich hat, bleibt ebenso nebulös wie die Frage, wer dieser merkwürdige Einheimische mit Riesengeschwür am Hals ist und in welchem Zusammenhang dieser Knilch mit den damaligen Ereignissen steht.
Darüber hinaus tropft Blut von der Decke, Frauenwimmern erklingt regelmäßig und nach der Entwicklung einer Szene befindet sich auf unerklärliche Weise das Originalband von 1928 darauf, obgleich es seit damals als verschollen galt.
Je länger sich die Handlung hinzieht, umso mehr Ungereimtheiten ergeben sich und am Ende vermag allenfalls ein kleiner Plot Twist etwas von der angestrebten Dramaturgie preiszugeben, denn weder die unspektakulären Ableben, noch Marcus` Entwicklung lassen sonderlich Suspense aufkommen, zumal fast sämtliche Nebenfiguren, bis auf die weibliche Hauptrolle des Films, keine bestimmten Funktionen erfüllen.

So sterben einige Crewmitglieder, andere drehen im Laufe der Zeit ein wenig durch, Fliegenschwärme tauchen auf und verschwinden und wer Splatter sucht, darf mit gespaltener Zunge und dem Ausbrennen eines Auges vorlieb nehmen, da sich der Streifen ansonsten eher zurückhaltend gibt.
Anfangs punktet er durch atmosphärische Momente und böse Vorzeichen, doch diesen Elementen folgt keine Steigerung, sondern ein skripttechnisches Wirrwarr, dem am Ende fast völlig der rote Faden fehlt.

Handwerklich okay, im Mittelteil vergleichsweise ein wenig ereignisarm, kommen weder Freunde von Spukfilmen, noch Anhänger von deftigen Ableben auf ihre Kosten, obgleich der Gesamteindruck nicht gänzlich negativ ist:
„Don´t look up“ unterhält für eine ganze Weile, doch wer eine ausgewogene, in sich schlüssige Geschichte sucht, wird hier nicht fündig werden.
4 von 10

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