Mit einer Mixtur aus „Battle Royale“, „Saw“ und Ego-Shooter kommt der Franzose Davy Sihali daher, der seinem Erstling auf oberflächlicher Ebene alle notwendigen Zutaten beimengt, im Detail hingegen Präzision vermissen lässt.
Immerhin: Die simple Grundidee der Dezimierung einer Gruppe auf relativ engem Raum vermag bis zum Showdown zu unterhalten, auch wenn etwaige Überraschungen ein wenig aus der Luft gegriffen scheinen.
Wie auch immer er sie hat ausfindig machen und für sein Projekt begeistern können: Takamura, der Kopf eines hochkriminellen Rings, lässt zehn skrupellose Auftragskiller in einem Wettkampf gegeneinander antreten. Der Sieger von insgesamt fünf Aufgaben soll am Ende belohnt werden, doch bereits in der ersten Runde gehen einige Teilnehmer an ihre Grenzen, während sich der Rest der Gruppe fragt, hinter welchem Kontrahenten Flint steckt, der rechten Hand Takamuras und ungeschlagener Sieger jener alljährlichen Veranstaltung…
Das Prinzip ist allseits bekannt, denn unzählige Male gab es in den letzten Jahren Inhalte, bei denen einander Fremde zu egoistischen Rivalen wurden und bis zum letzten Teilnehmer kämpfen mussten.
Die interessante Voraussetzung ist in diesem Fall, dass sich kampfstarke Individuen zusammen gefunden haben, die ihrerseits ohne jede Regung töten und nun ihr berufliches Talent und ihren Überlebenswillen unter Beweis stellen müssen.
Die erste Mission steht unter dem Motto: Fügt einem Opfer typische Merkmale eures markanten Auftretens zu, - entsprechend sieht die Leiche im Anschluss auch aus, während die Leiterin der Veranstaltung eine Blitzobduktion vornimmt und tatsächlich jedem Teilnehmer die entsprechende Handschrift zuweisen kann.
Unter jenen Mitstreitern, denen Pseudonyme in Form von Edelsteinen, von Amethyst bis Quarz zugewiesen wurden, befinden sich jeweils fünf Frauen und fünf Männer unterschiedlicher Herkunft. Es mischen einige Asiaten mit, zwei hübsche Französinnen, ein Dunkelhäutiger und ein paar unauffällige Europäer, zumindest dem Aussehen nach zu urteilen.
Sie bringen mannigfaltige Fähigkeiten mit, die noch während des gemeinsamen Aufenthalts kontinuierlich trainiert werden, wobei Einheiten vom Schießtraining genauso dabei sind, wie Messertechniken, Boxen, Martial Arts und Kraftübungen.
Leider gelingt es Sihali nicht, den Figureneinführungen Tiefe zu verleihen, so dass im Zusammenspiel mit der etwas wirren Collage-Technik, einschließlich einiger Fragmente aus dem Rückblendenbereich, niemand der Protagonisten sonderliche Sympathien einfährt.
Zugleich sorgen die zunächst nur wenigen Dialoge dafür, dass die Distanz nicht überbrückt wird und der Zugang zum Kern der Geschichte nicht gerade erleichtert wird.
Das ändert sich spätestens mit der zweiten Aufgabe, bei der man das Terrain verlassen und mindestens eine unbeteiligte Person töten und dieses per Fotobeweis dokumentieren soll.
Dabei schießen einige deutlich über den Auftrag hinaus, andere erledigen hingegen nur den Pflichtteil. Innerhalb dieser Sequenzen kommt jedoch erstmals ein ordentliches Tempo mit einigen netten Action-Einlagen ins Spiel, welches etliche Kopfschüsse, einige Schläge und die Benutzung von Hieb - und Stichwaffen beinhaltet.
Einige weitere Missionen stehen dann stärker im Zeichen von „Saw“ und Konsorten, als es zu kleinen Foltereinlagen kommt und die psychische Belastbarkeit der letzten Verbliebenen auf eine äußerst harte Probe gestellt wird.
Bei alledem wird zwar zu keiner Zeit deutlich, warum Takamura jene Spielchen recht akribisch durchführen lässt, noch warum die Teilnehmer mitwirken oder sich auf merkwürdige Bedingungen einlassen, doch das Ratespiel um die doppelte Identität und einem möglichen Falschspieler, als auch einer eher unerwarteten Motivation können das Interesse aufrecht erhalten.
Die Charaktere sind zudem markant besetzt, meistens körperlich überzeugend bei der Sache und darstellerisch im Schnitt zumindest passabel.
Mit etwas weniger bruchstückhaften Inserts und deutlicher Feindseligkeit unter den Kontrahenten hätte natürlich mehr Brisanz ins Spiel gebracht werden können und auch die Bewegungsarmut im ersten Drittel macht sich ein wenig negativ bemerkbar.
Auf der anderen Seite können einige Auseinandersetzungen Eindruck schinden, die Härte ist entsprechend angemessen, aber nie vordergründig, auch wenn man lange nicht mehr so viele Tote durch gezielten Kopfschuss verzeichnen konnte.
Sicher nicht immer straight auf den Punkt gebracht, im Visuellen einige Male neben der Spur als auch erzählerisch manchmal etwas ausufernd, bringt die Grundidee einmal mehr eine Menge Potential mit, welches besonders im letzten Drittel einige spannende Szenen zutage fördert.
Handwerklich noch deutlich steigerungsfähig, liefert der Franzose Sihali ein im Gesamtbild ansprechendes Debüt, das aufgrund ausbleibender Sympathieträger zwar nie zum Mitfiebern einlädt, jedoch genügend unterhält, um Freunden von Dezimierungsspielchen eine vorsichtige Sichtung ans Herz zu legen.
Knapp
6 von 10