kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 05.05.2013
Eine herzliche Liebeserklärung an die Macht des geschriebenen Wortes und doch mit einem kritischen Blick auf die Abgründe, die sich auftun können, wenn man sich durch das Lesen Wissen aneignet und damit seine gesamten Denkmuster neu anordnet. Dem tumben Alltagsleben und dem sorgenlosen Dahintreiben in der Gedankenlosigkeit werden durchaus positive Züge abgewonnen, so ist etwa das Café, in dem sich die Hauptfigur oft herumtreibt, ein lebendiger Platz voller Nichtigkeiten, der durch seine spezielle Atmosphäre gewissermaßen selbst eine Vorlage gibt, die man mit Worten wiederum blumig beschreiben und ihr etwas Intellektuelles abgewinnen könnte. Die Gegenseitige Bezugnahme wird vom Film sehr schön herausgearbeitet, auch wenn er sich damit der Gefahr hergibt, unter dem Strich dem seichten Dahintreiben zu verfallen und die Diskurse über das Leben am Ende wie antrainierte Muskeln einfach wieder schrumpfen zu lassen.
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