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Der tschechische Altmeister Juraj Herz (hierzulande bekannt durch TV-Produktionen und seine Märchenfilme, wie "Der Froschkönig" 1991) inzeniert eine europäische Co-Produktion über die Besetzung des Sudetenlandes, in der beide Seiten nicht gut wegkommen und - homo homini lupus - der Mensch letztlich wieder mal dem Menschen ein Wolf ist. Mittendrin überzeugt Mark Waschke ("Buddenbrooks" 2008) als unpolitischer Mensch, der nur scheitern kann. Auch das übrige Ensemble kann überzeugen, so wie Hannah Herzsprung ("Hell" 2011) und Wilson Gonzalez Ochsenknecht, der sich von seinem Teenie-Schwarm-Image befreien kann und den begeisterten Jung-Nazi so überzeugend spielt, dass es einem gruselt. Die Strafe folgt "auf dem Fuße". Vor allem aber der großartige Ben Becker ("Comedian Harmonists" 1997), eigentlich auf den deutschen Bühnen zu Hause, liefert eine in Erinnerung bleibende Performance als des Teufels Sturmbandführer! Kritikwürdig ist vielleicht die etwas sprunghafte Handlung, resultierend aus der Tatsache, das die Novelle "Habermanns Mühle" und die Zeit von 1937-45 nur in einzelnen Episoden dargestellt werden kann, sonst wäre es ein TV-Dreiteiler geworden. Trotzdem auch in seiner gerafften Erzählweise sehenswert und vor allem für den Schulunterricht der Mittelstufe geeignet. Material dazu auf der DVD.  (8/10)

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