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Ein japanischer Architekt und eine französische Schauspielerin verstricken sich im postnuklearen Hiroshima in eine kurze, dafür umso intensivere Affäre, die ihr baldiges Ende mit der Abreise der Schauspielerin finden soll.

Hiroshima mon amour, ein internationaler Erfolg ist nicht nur die Bebilderung einer interrassischen Beziehung, sondern auch ein kritischer Blick auf den Bombenangriff auf Hiroshima und eine Parabel auf das Vergessen und Erinnern. So bilden die ersten 15 Minuten eine Art Exposition, in der die beiden Protagonisten per Voice-Over zu den Bildern der zerstörten Stadt und genetisch mutierten Opfern über ihre Gefühle zu dem Angriff sprechen.
Der lockere Ton zwischen den beiden findet ein Ende, als die namenlose Schauspielerin von ihrer tragischen Beziehung mit einem deutschen Soldaten während des zweiten Weltkrieges in ihrer Heimatstadt Neveres erzählt, welche sie auch noch fünfzehn Jahren verfolgt.
Metaphorisch redet sie über die Unfähigkeit zu vergessen und die seelische Zerstörung durch ihre Erlebnisse, begleitet von Flashbacks und Jumpcuts, sieht auch in der Beziehung zu ihrem japanischen Liebhaber die Parallellen, bis sie ganz ihrer immernoch lebhaften Fantasie an die Jugendliebe verfallen ist, und der Architekt immer transparenter wird.
Die Dialoge sind extrem metaphorisch, oftmals wie Gedichte geschrieben und die Bildsprache ist innovativ als auch ästhetisch. Alain Resnais, der als einer der bedeutensten Regisseure des Novelle Vague gilt, schuf hier einen zugleich schwer zu entschlüsselnden als auch visuell wunderschönen Film über Erinnerung und Resignation, vorgetragen von zwei sehr guten Hauptdarstellern und mit gefühlvollem, passendem Score unterlegt. Für jeden echten Cineasten ein Muss.

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