Mit Bergsteigerfilmen hatte ich bisher nicht so viel zu tun, besonders mit Keinem der auf einer wahren Begebenheit beruht. Bisher war Cliffhanger immer der beste Film für mich in dieser Kategorie und auch nach diesem heißen Oscar-Kandidaten ändert sich an dieser Meinung nichts. Das soll jetzt aber auf keinen Fall heißen, dass 127 Hours ein schlechter Film ist. Zwar ist Danny Boyle mit diesem Film nicht so ein grandioses Meisterwerk wie "Slumdog Millionaire" gelungen, doch auch 127 Hours kann durch seine kreativen Bilder zu jeder Sekunde voll überzeugen. Die Story klingt eigentlich wie ein typischer "Ich komme nicht vom Fleck"-Horrorthriller : Ein Bergsteiger fällt ganz ungünstig in einen großen Spalt, beim Blue John, und wir dabei von einem schweren Felsen eingequetscht. Jetzt dürfte auch klar sein, wofür der Titel 127 Hours steht. Auch wenn die Story total simpel und einfach gestrickt klingt, ist es Danny Boyle gelungen diese total simple Story in wunderbaren Bildern und real wirkenden Traumsequenzen zu verpacken. Der Film ist natürlich auch durch den fantastischen Hauptdarsteller James Franco (bekannt als Harry Osbourne aus der fantastischen Spiderman-Trilogie) sehr zu empfehlen, der hier mit Sicherheit die beste Leistung seiner gesamten Karriere abliefert. Wie das bei solchen Filmen immer ist, wird es am Finale so richtig packend und das Finale fordert einiges vom Publikum ab. Man sollte starke Nerven haben und mit einer hohen Schmerzgrenze ausgestattet sein, denn das Finale kann psychisch labile Menschen unter Umständen umhauen. Das der Film eine FSK 12 bekommen hat ist durch diese ultra brutale Szene fast schon eine Frechheit. Jedenfalls würde ICH keinem Kind unter 16 Jahren diesen Film zeigen. Verdient hätte der Film sicherlich ein paar Oscars, doch in Sachen Hauptdarsteller wird wohl Colin Firth, James Franco den Oscar in der Kategorie bester Hauptdarsteller wegschnappen. Dafür bin ich mir ganz Sicher, dass 127 Hours gute Chancen bei den Kategorien für den besten Sound und für das beste Bild hat. Ich kann diesen Film allen Leuten empfehlen, die gerne mal Lust auf was simples haben, sich aber trotzdem von traumhaft schönen Bildern verzaubern lassen wollen.
Fazit : Vergesst Frozen, Open Water oder Ruinen. Kein Film dieser Art war bisher so realistisch in Szene gesetzt wie "127 Hours". Hut ab vor James Franco, aber den größten Respekt habe ich vor Aron Ralston, der das Ganze tatsächlich so erlebt hat, wie wir es in diesem Film zu sehen bekommen.
8/10