Habe gestern einen Klassiker gesehen.
Klasiker deshalb, weil schon 4 Wochen im Kino, also alter Hut, quasi Klassiker: Danny Boyle's 127 HOURS
Naja, sehr geradlinige Geschichte.
Junger sportlicher Mann geht allein in den Canyon, quetscht sich seinen rechten Arm bei einem Unfall unter einen herabfallenden Felsen, macht ein 127 Stunden dauerndes Psycho- und Selbstmotivationsmartyrium mit und amputiert sich schließlich selbst den Arm.
Dann wird er gerettet.
Ich fand ihn gut, habe mir aber von einem Danny Boyle Film wesentlich mehr erwartet. Es hatte sowas Dokufilmähnliches.
Da das ganze nach einer wahren Begebenheit gedreht wurde, hat sich der Regisseur wohl ziemlich genau an die Berichte oder das Buch des Extremsportlers gehalten. Was soll man da dazuerfinden?
Aber es hat trotzdem was gefehlt, das Danny Boyle- hafte, der Aha-Effekt.
Bis jetzt hatten alle Filme vom Regisseur etwas einzigartiges, nie gesehenes gehabt. Er hat mich immer wieder überrascht.Hier überraschte mich nur die Kürze des Filmes und die Geradlinigkeit.
Schaupieler James Franco hat seine Sache gut gemacht, allerdings glaube ich, man sieht nach 127 Std in der Felsspalte dreckiger aus, er sah immer so frisch gebadet aus.
Bis zur Armamputation, da wurde mit Schminke und Blut nicht gegeizt.
Die Amputation war mehr oder weniger deutlich zu sehen, das meiste wurde im Kopf des Betrachters verschlimmert, also in meinem jedenfalls.
Besonders hervorzuheben war das Durchtrennen der Sehne, welches mich wirklich schmerzhaft in meinen Sitz umherzappeln liess. Das Psychospiel mit den Phantasien war nachvollziehbar aber auch nicht überraschend neu.
Vermutlich war alles genauso, wie es der wahre Extremsportler erlebt hatte, aber fürs Kino zu unspektakulär.
Auf DVD sollte man ihn unbedingt gesehen haben.
Im Kino war ich etwas enttäuscht.
In Punkten 5 von 10