Eins vorweg: James Franco spielt hier die Rolle seines Lebens. Es ist unglaublich fabelhaft, ihm hier zuzusehen, wie er fast stirbt, nur um am Ende so am Leben zu hängen. Wie er vom jungen unabhängigen starken Extremsportler, zum dahinsiechenden eingeklemmten Fastkrepierer und all den Nuancen dazwischenverkommt, ist eine Sensation. Hier muß man natürlich auch die Maskenbildner erwähnen, die sein Leiden wirklich plastisch sichtbar machen.
Die Story an sich ist schon die halbe Miete, und mehr als einmal leidet man mit diesem eigentlich nicht wirklich sympathischen Gesellen mit, etwa als er zu etwas anderen Maßnahmen greifen muß, als er kein Wasser mehr hat.
Und dann natürlich das, worauf alle warten: Als er seinen Arm abschneidet.
Man muß hier eindeutig sagen, dass es vielleicht nötig gewesen waäre, das dermaßen in Szene zu setzen, und ich werde allen widersprechen, die sagen, dass man das gesehen haben muß. Man muß es eben nicht gesehen haben, denn es ist wirklich an der Schmerzgrenze, was hier gezeigt wird.
Aber es ist gut in Szene gesetzt, und vor allem nicht effekthascherisch, sondern vollkommen in die Geschichte ingebettet, der Film arbeitet sich wirlich sanft zu diesem einen wichtigen Punkt vor, und dann wird mit aller Härte gezeigt, was der gute Mann auf sich nimmt, um doch noch zu überleben.
Das ist phänomenal und sehr gut gemacht.
Aber nochmal: Man muß das nicht unbedingt gesehen haben.
Was gibt es sonst zu 127 Hours zu sagen?
Nicht viel: Im Prinzip ist alles stimmig, Musik, Schnitt, Kamera, Story sowieso.
Und erstmals seit ich Danny Boyle kenne - eigentlich seit Trainspotting das erste Mal wieder - ist auch das Ende auch nicht so schlimm, dass es den ganzen Genuß vorher schmälert. Nein, dieser Film ist rundum gelungen.
8 Punkte