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Ein Mann, inmitten der afghanischen Wüste, ist auf der Flucht. Immer wieder brausen Hubschrauber über seinen Kopf hinweg. Vorerst kann sich Mohammed wegen der engen Krater einigermaßen gut verstecken. Geschickt benützt er diese verschlungenen Wege und kleine Höhlen um für eine kurze Zeit Unterschlupf zu finden. Völlig außer Atem, vor einer dieser dunklen Höhlen, findet der Flüchtling einen Toten. Neben ihm liegt eine munitionierte Panzerfaust. Mohammed nimmt diese gefährliche Waffe an sich und begibt sich in die Aushöhlung. Es dauert nicht lange als drei amerikanische Soldaten eher zufällig in seiner Nähe sind. Aus Angst um sein eigenes Leben exekutiert er die Fremden mit einem gezielten Schuss. Ein großer Knall und Leichenteile fliegen durch die Gegend. Da diese Explosion nicht unbemerkt blieb, und Helikopter wieder auf seiner Fährte sind, versucht Mohammed erneut zu fliehen.

Man merkt deutlich das an dieser Produktion die USA nicht beteiligt waren, denn hier wird Krieg, Terror und Taliban aus einem anderen Blickwinkel gezeigt. Auch die Szenen in denen Mohammed in Afghanistan gefangen genommen, beim Verhör gefoltert und gedemütigt wird, erinnern fast schon ein wenig an Guantanamo the Movie. Nach der Flucht allerdings werden die Soldaten nur noch zur gesichtslosen Masse, die hinter dem Flüchtigen mit Hunden und Hubschraubern verbissen auf den Fersen sind.
Der Zuschauer begleitet allerdings den fliehenden Terroristen, der von der Wüste in die eisigen, verschneiten Wälder transferiert wurde, die Sprache nicht spricht und sich verletzt und ohne Orientierung durchkämpfen muß. Allerdings wird dem Zuschauer das Leben dabei mächtig schwer gemacht. Mohammed schien zwar am Anfang nicht wie ein Terrorist, sondern eher als ängstlicher Mitläufer, aber er tötet auch im Zuge seine Flucht Jugendliche und Waldarbeiter und taugt nicht wirklich als Identifikationsfigur, erst recht als er einem Säugling unkonventionell die Nahrung stiehlt (wer den Film kennt, weiß welche Szene ich meine).
Der Film hat keinerlei Heldenfiguren, zumal die Hauptfigur auch kein einziges artikuliertes Wort spricht. Es wird ebenso keine klassische Filmunterhaltung geboten. Wir sehen einen verletzten Mann der verzweifelt ums Überleben kämpft, mit Bärenfallen und Ameisenhaufen zurecht kommen muß. Es folgen so einige Episoden, die regelrecht fast depressiv angelegt sind und so kann der Film auch nur folgerichtig nicht mit einem strahlenden Happy End auslaufen. Als Partykracher mit Bier, Chips und Freunden taugt Essential Killing jedenfalls keine Sekunde.
Sehr gut unterstützt wird dieser sehr persönliche Film allerdings von einer hervorragenden Kamera und wirklich glaubwürdigen Darstellern, naja im Grunde gibt es ja nur einen. Hier ist es wirklich mal interessant, das sich auch mal Europäer an solche heißen Eisen herantrauen, denn vergleichbares würde niemals aus US-Produktionen kommen.
7/10

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