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Dagegen säuft „Open Water“ ab 


Haifilme erlebten in den letzten 10 Jahren eine echte Renaissance. Zwar eher im trashigen Bereich, wo die Könige des Blau von Tornados über Sandstrände bis Flugzeuge nahezu jede Umgebung unsicher machen durften, doch auch im ernsteren Bereich können die fleischfressenden Meeresriesen noch immer filmisch Angst und Schrecken statt nur Lachen und Kopfschütteln verbreiten. „The Reef“ handelt von ein paar Erwachsenen, deren Boot bei einem Tauchausflug auf ein scharfes Riff stößt und kentert. Da sie immer weiter auf den offenen Ozean treiben, beschließen zwei Pärchen langsam aber sicher die kilometerlange Schwimmreise richtung Land zu wagen. Doch schnell wird klar, dass da unter ihnen ein sehr gefräßiger und tödlicher Predator lauert, der nicht alle dieses Ziel erreichen lassen wird...

„The Reef“ hat definitiv weniger Bekanntheit als „Open Water“, zog keine Sequels nach sich und spielte nicht ein Vielfaches seines Budgets an den internationalen Kinokassen wieder ein. Dabei sollte es, wenn es nach Qualität ginge, eigentlich andersrum sein. „The Reef“ ist ein unfassbar spannender Survival-Tierhorrorfilm aus Australien, der für wahre Angst oder gar Panikschübe sorgen kann. Es wurde fast ausschließlich mit echten Haien gedreht, die Anspannung und Furcht und Ungewissheit ist jederzeit spürbar, der lauernden Tod durch rasiermesserscharfe Zähne ebenso. Die Darsteller spielen enorm natürlich und panisch, was sich sehr leicht auf den Zuschauer übertragen kann. Das ist dramatisch, das ist brutal, das ist authentisch, das ist simpel. Und es wird gnadenlos durchgezogen. Man kann sich unangenehm in die Situation hineinversetzen. Und hier sorgt das Label „based on true events“ mal nicht für Schmunzeln und Kopfschütteln. Abgesehen von einem seltsamen Schnitt beim Bootsunfall und einem unfreiwillig komischen „Angstgeräuch“ bei einem der Schwimmer, das eher an „Beavis & Butthead“ erinnert, muss man mir (abgesehen vom Spielberg-Blockbuster) erstmal einen gefährlicheren Haihappen vorsetzen. 

„My Leg Is Gone!“

Fazit: spannend, intensiv, nicht unrealistisch, intelligent inszeniert, sparsam mit seiner Laufzeit, schöne Riffe, gefährliche Kiefer, fühlbare Angst, weites Blau, unsichtbare Bedrohung. „The Reef“ macht als Hai-Spannungsfilm nahezu alles richtig. Kein „Jaws“, aber unheimlich effektiv und für mich ziemlich toll. In einer angsteinflössenden Art und Weise. 

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