Ein Mann hat sich bereit erklärt, zusammen mit seiner Tochter Laura das leer stehende Landhaus eines Bekannten zu renovieren. Das Anwesen befindet sich abseits der Bebauung am Waldrand und soll in Schuss gebracht werden, weil der Eigentümer seinen Verkauf plant. Die drei Personen treffen sich bei anbrechender Dämmerung an dem Haus, tauschen Informationen aus, der Eigentümer versorgt sein Sanierungsteam mit etwas Proviant und Decken für die Nacht und fährt dann mit seinem Auto weg.
Da es schon zu spät ist, um noch zu arbeiten, legen sich Vater und Tochter im Wohnzimmer unter dem schwachen Schein einer Laterne zur Nachtruhe. Doch alsbald ertönen vom Dachboden sonderbare Geräusche, die die Tochter verstören. Als die Geräusche erneut zu hören sind, kommt der Vater Lauras Wunsch nach und steigt die Treppenstufen nach oben, um nach dem Rechten zu sehen. Er wird nie zurückkommen, zumindest nicht lebend. Auch der gegen später wieder auftauchende Bekannte erleidet das selbe Schicksal und somit ist Laura alleine mit den dunklen Geheimnissen des stillen Hauses.
An diesem Thriller aus Uruguay stimmt einfach alles: Überzeugende Darsteller, hervorragende Kamerarbeit (der Film wurde angeblich in einem Take gedreht; ob das stimmt, ist eher sekundär, denn zumindest sieht es so aus), die Atmosphäre ist konstant bedrohlich. Die grauenhaften Geschehnisse werden nicht platt ins Bild gerückt, sondern sind fast ausschließlich aus dem Off oder über die Tonspur erfahrbar, was den Schrecken noch verstärkt. Überhaupt, die Tonspur: Die Musikbegleitung ist angenehm minimalistisch und wo viele andere moderne Horrorfilme fast jeden Schockeffekt mit "anschwellendem Bocksgesang" einleiten und dann mit lärmendem Holterdipolter, das fast nie etwas mit dem Geschehen auf der Leinwand zu tun hat, ruinieren, bleibt hier alles "klassisch" bzw. unglaublich subtil und damit spannend.
Je nachdem, welchen Interpretationsansatz man wählt, offenbart der Film auch nicht die von einigen angeblich entdeckten logischen Fehler. Und das Budget dieses rundum erfreulichen Streifens hätte in Mainstreamproduktionen wohl gerade mal die - täglichen - Kosten des Caterings für die Hauptdarsteller gedeckt.
Wer allerdings nur glücklich wird, wenn alle fünf Minuten ein Kopf explodiert, wird diesem an Effekten und Action sparsamen Film kaum viel abgewinnen können.
9/10