9
Ein (auf angenehme Weise) etwas ungewöhnlicherer Western, der geschickt viele Stereotypen und Klischees des Genres umkurvt. Endlich ist der Held mal kein selbstverliebter Über-Revolverheld, dem natürlich keiner beikommen kann und der ständig blöde Sprüche reißt. Nein, Lance Henriksen verkörpert die Hauptfigur angenehm zurückhaltend und menschlich. Ein alternder Held, der einfach nur seine Ruhe haben will. Gerade diese ungewöhnliche Charakterzeichnung ist es, die den Reiz des ziemlich ruhigen Westerns ausmacht. Ansonsten ist er handwerklich solide gemacht, auch wenn man ihm streckenweise ansieht, dass es sich "nur" um einen TV-Film handelt.
5
Dieser relativ neue Western stellt eine eigenwillige Mischung aus Familiengeschichte und Genreparodie mit überzeichneten Charakteren dar. Im Mittelpunkt steht zum beachtlichen Teil die Tochter des Revolverhelden, die aber von der Vaterschaft des Selben nichts weiß. Eine Schwäche des Films sind die zu neuzeitlich wirkenden Charaktere, die sich mit Problemen wälzen, die es in dieser Form im Grenzbereich der Zivilisation (so definiert sich der Western) im neunzehnten Jahrhundert nicht gab. Der Held sieht Clint Eastwood so ähnlich, dass man annehmen muss, dass das ihm seine Beschäftigung sicherte. Negativ auffällig noch die schlechte Synchronisation.