Südostasien: die französische Starjournalistin Marie (Cecile de France) überlebt wie durch ein Wunder den verheerenden Tsunami, hat jedoch nach ihrer Rückkehr nach Paris immer wieder Flashbacks an eine Nahtoderfahrung, während sie glaubte, in den Fluten zu ertrinken. In diesen Visionen sieht sie Lichter, Silhouetten anderer Verstorbener usw.
San Francisco: der Gabelstablerfahrer George (Matt Damon) hat seit einer Hirnerkrankung als Kind die Gabe (oder wie er es nennt: den Fluch), Kontakt mit Verstorbenen aufnehmen zu können. Diese Gabe isoliert ihn jedoch zunehmend von seiner Umwelt, zumal ständig Leute auftauchen, die "in allerletztes Mal" seine Dienste in Anspruch nehmen wollen. Als seine Gabe zudem verhindert, dass er die sympathische Melanie (Bryce Dallas Howard) wiedersieht, zieht er einen radikalen Schlussstrich.
London: die unzertrennlichen Zwillinge Marcus und Jason leben mit ihrer alkoholkranken Mutter in einem verwahrlosten Viertel, von den Sozialbehörden werden sie beargwöhnt, denn die beiden haben panische Angst, ins Heim zu kommen. Bei einem tragischen Verkehrsunfall stirbt Jason vor den Augen von Marcus. An diesem Verlust droht der eh schon sehr introvertierte Marcus vollständig zu zerbrechen.
Alle diese drei Stränge werden am Ende zusammengeführt...
Clint Eastwoods neuester Film ist sicher eines seiner untypischsten. Ein ruhig erzähltes, spannendes Fantasydrama, dass sich mit Themen wie Trauerbewältigung, Isolation, Angst vor dem Tod usw. befasst, dabei aber überraschenderweise nicht überladen wirkt.
Sehr behutsam nähert er sich einem Tabuthema, dem Umgang mit dem Tode und den Verlust von Leben, in einer Weise, die mich durchaus an "Million Dollar Baby" (Thema dort Sterbehilfe) erinnerte, allerdings - und dies ist der Minuspunkt des Films - rutscht selbst ein so begnadeter und spürsicherer Regisseur wie Clint Eastwood ein wenig am Ende auf der Melodramatik des Drehbuchs aus. Ich will nicht ins Detail gehen, aber die Szenen am Ende in London kamen mir etwas, nun ja, zu schwülstig vor.
Andererseits schafft der Film sehr glaubhaft, Bilder für die Ängste und Isolation seiner Protagonisten zu finden und ist definitiv an einigen Stellen geradezu schmerzhaft traurig.
Auf jeden Fall ein sehenswerter Beitrag zu einem Thema, welches schon oft im Kino behandelt wurde ("Stay" etc.), diesem aber neue Facetten abgewinnen kann, besonders durch die genaue Charakterisierung der Hauptdarsteller (insbesonderes George und Marcus). Die Darsteller sind durch die Bank sehr gut, selbst die kleinsten Nebenrollen sind treffend besetzt. Gefreut hat mich ein Wiedersehen mit Marthe Keller, die ich als Freundin von Dustin Hoffman in "Marathon Mann" kannte.
Ich musste den Film etwas sacken lassen, zunächst fand ich ihn etwas zu melodramatisch, in der Rückschau und nach ein paar Tagen, wirkt er auf mich dann doch runder und geschlossener, trotz gewisser Mängel. 7,5 Punkte.