Clive Owen als Vater in einem Film über Kindesmißbrauch, der dann auch noch an diversen Stellen (nicht zuletzt auf dem Covertext) nach einem Rape ´n revenge-Movie klingt. Take(n) ´em (out) oder so ähnlich?
Zur Story an sich gibt es sicherlich nicht viel zu sagen. Jeder von uns kennt die Nachrichten um mißbrauchte Kinder aus den Nachrichten und ist sicherlich auch nicht sonderlich angetan von solchen Perversionen. Dementsprechend hart kommt der Stoff natürlich rüber, auch wenn bildlich nicht gerade ins Detail gegangen wird. Das Wissen um die Vorgänge im Hotelzimmer alleine aber reicht schon aus, um gerade dem Anfang von "Trust" eine gehörige Portion (Story-)härte zu verleihen. Leider muss man aber sagen, dass damit auch schon das komplette Potential ausgeschöpft scheint. Nach der Vergewaltigung geht der Film in ein - leider auch noch recht langweiliges - Familiendrama über, dem jegliche Zugkraft abhanden gekommen scheint. Nach Rape kommt kein Revenge, Regisseur David Schwimmer konzentriert sich ganz darauf, den Zerfall der Familie minutiös zu dokumentieren. Leider kommt man sich hier vom Klappentext etwas getäuscht vor - unter diesen Voraussetzungen hätten wir in der Videothek sicherlich an dem Film vorbei gegriffen. Ein Spannungsbogen ist nicht vorhanden und "Trust" dümpelt gemächlich vor sich hin ohne dem Zuschauer Schauwerte in irgendeine Richtung zu geben. Schade, der Ausgangsstoff hätte viel Potential gehabt, egal ob Schwimmer sich nun für einen Thriller, ein Drama oder einen Actioner entschieden hätte - er hätte sich aber dann auch wirklich auf dieses Projekt konzentieren sollen. So hat man den Eindruck, mit einem halb ausgegorenen Film konfrontiert zu werden, der zu allem Überfluss auch noch ein äußerst unbefriedigendes Ende bietet. Zumindest muss dem Film aber gelassen werden, dass die Atmosphäre innerhalb der Familie bedrückend und (vermutlich) auch recht realistisch rüber gebracht wird. Retten kann das aber leider auch nicht mehr viel.
Auf der Darstellerseite kann man hingegen nicht viel bemängeln. Alle Darsteller bringen ihre Rollen gut und motiviert rüber. Gerade Clive Owen zeigt hier, dass man ihn nicht nur auf Haudrauf-Rollen beschränken kann, sondern dass er durchaus auch mit ernsten Inhalten umzugehen weiß. Respekt muss man zudem auch der erst 16jährigen Lina Liberato aussprechen, die die Opferrolle äußerst gut ausfüllt und eine breite Palette an Emotionen aus der schauspielerischen Trickkiste zaubert. Sie kommt wirklich authentisch, glaubwürdig und gut rüber.
Effekte... nun ja, die sind in diesem Film wohl ein Fremdwort. Da der ganze Streifen ruhig bis langweilig daher kommt, darf man natürlich kein Effektfeuerwerk erwarten, sondern muss sich mit ebenso ruhigen bis langweiligen Bildern begnügen. Auch hier hätte "Trust", selbst wenn er als Drama verkleidet daher kommt, sicherlich einiges besser machen können.
Fazit:
Zunächst einmal ist da die große Enttäuschung über den zu Fehlinterpretationen verleitenden Covertext, dann die Enttäuschung über die gepflegte Langeweile, durch die man sich den ganzen Film lang kämpfen muss... da kann auch die gute schauspielerische Leistung aller Beteiligten nichts mehr reißen.