Eine Epoche am Ende...
Lucio Fulci soll mitgewirkt haben, heisst es, doch inwiefern das jetzt irgendwie aussagekräftig für die Qualität des Filmes, oder für die Erwartungshaltung im Vorfeld sein wird oder könnte ist was anderes, schliesslich weiss man als Italohorrorfilmerprobter, dass Fulci, der Eigenbrödler der Szene, als psychopatischer Dilletant und Bluthund verschrien, Ende der 80er mit seinem schlechten Ruf und dem immer weniger werdenden Budget zu kämpfen hatte, seine Filme Dämonia (1987), Demonia (1990) und zb. noch Sodomas tödliche Rache (1988) mehr schlechte als gerechte Meisterwerke waren und die Möglichkeiten die Ideen überzeugend zu verpacken, gen Null sanken.
Nun ist aber Lucio Fulci an diesem Machwerk nur in diesem Sinne beteiligt gewesen, dass er sozusagen Produzent war, was soviel bedeutet, dass er auf solch wichtige Faktoren wie Kamera, Regie und Drehbuch keinerlei Einfluss hatte. Ob das nun den Film in irgendeiner Sicht weitergeholfen oder verbessert hätte, sei dahingestellt, aber zumindest wäre das Endprodukt besser gewesen, aber besser als Andrea Bianchi geht wohl immer.
Erinnern wir uns zurück:
Andrea Bianchi fröhnte mit seinem trashigst miesen Machwerk Die Rückkehr der Zombies (1980), das durch und durch, fernab von jeglicher Storyline oder Spannung, aber mit Effekteklaus und Sex & Violence aufwartete, der aufschwappenden Zombiewelle und zeitgleich dem kürzlich zuvor erschienenden Woodoo - Schreckensinsel der Zombies (1979) von Fulci, um immerhin dank des Dilletantismus und der Schmoddrigkeit unfreiwillig im komischen Sinne unterhalten zu können. Zudem waren die Masken over the top, aber der Rest Grütze.
Was bei diesem Film funktionierte, schwappt bei The Massacre 9 Jahre später eher in pure Ernüchterung über, denn filmischer Dreck bleibt meist Dreck, wenn man ihn nicht schön verpackt. Aber mit was dieses Schwundprodukt am meisten zu kämpfen hat, ist wohl die Unmöglichkeit seine Ansätze gekonnt zu verbinden, bzw. überhaupt soetwas wie einen roten Faden herstellen zu können, wo zudem das Drehbuch echt allergrösster Schmarrn ist.
Denn sobald wir uns in diesem mysteriösen Film im Film Disaster befinden, in dem die Macher scheinbar irgendetwas mit Seancen und Okkulten verfilmen wollen, brodelts im Lachsack, ereifern sich die Schmierkomödiantendarsteller in purem Overacting, Dummglotzen und Gestikulier ,- und Mimikarmut, sodass das Wort Betongesicht neue Bedeutung gewinnt. Aber zum Glück erkennt das auch der Regisseur am Drehort des Films im Film, sodass er die Idee des Filmes ganz schnell wieder umkrempeln möchte, schliesslich sind die Horrorgeeks im Laufe des Genre schon mit soviel Phantastischem beschenkt worden, dass es jetzt Zeit für den wahren Horror wäre.
Umsetzen liesse sich das aber nicht, entgegnet der Produzent, den dass Geld ist knapp, aber zumindest weiss man jetzt als Konsument, dass man das auch freilich auf den realen Film, durch den man sich hier quält, beziehen könnte. Verschenkte Möglichkeiten und technisch einfach der reinste, reale Horror.
Bianchi wusste aber schon immer zu locken and shocken, denn wie er bereits mit seinem Giallo Die Nacht der blanken Brüste ääääh..sorry Messer (1976) erkannte, füllen nacktes Fleisch und Tittenshow auch den noch so dünnen Plot. Müsste das Ganze nur noch ästhetisch sein, wär das ja noch okay, aber nicht nur das, interessiert der Kasperkäse eh nicht, weil Dramatik und Charakteristik eh Mangelware bleibt. Und das Alles, obwohl sich die "Darsteller" um ihre Stimmbänder schwätzen.
Um was es hier eigentlich geht: Die Seance funktioniert und am Drehort ist die Hölle los. Aber auch bloss dann, wenn mal kein Zellulitearsch durchs Bild hüpft und Dummgebraddelt wird. Denn zwei (!!!) Mörder gehen um, dazu wohl männliche Sexualtäter, die gern mit lila Ahornsirup rumsauen und Kissen mit ihrem Messer penetrieren. Das hört sich jetzt halb so wild an, aber immerhin bekommt man schon zu Anfang zu sehen, welch frauenverachtenden Charakter der Film hegt, wird die Nutte am Strassenrand formschön zerschändelt. (Sofern man denn auf Plastikpuppen steht, kann man sich daran noch erfreuen....Die Szene gibts übrigens auch in Nightmare Concert (1990) ...von Fulci, ganz klar). Inwiefern das jetzt was mit den Auswirkungen der Seance zu tun hat, ist mir nicht klar, und auch der Rest wirft vielerlei Fragen auf, vorallem aber die wichtigste, wie man es denn überhaupt schafft solch Nebelmaschinvergewaltigenden Vollschrott von Möchtegernhorrorfilm so öde und spannungslos zu präsentieren.
Optisch gibts da nebenher die Kameraexzesse eines Unfähigen, wobei es optisch auch dann und wann aussieht, als befände man sich hier in einem Amateurfilm erster Güte...Aber das ist ja alles nur halb so schlimm, ist der Horrorfan doch abgehärtet eh und je...Aber immer noch kein Grund sich diesen Mist schön zu reden, denn ultraniveau und ,- anspruchslosen Trash gibts in Anderer Form woanders unterhaltsamer...
Fazit:
Langweilig. Optisch für die Tonne, spannungsmäßig zum Einschlafen und gruselig wie Spongebob an Halloween. Eine Lachnummer an Film, leider nur nicht so lustig, dass man aus Heiterkeit lacht. Während dem Lachen nicht vor Langeweile sterben, bzw. am Erbrochenen ersticken, sonst ist die liebevoll aufgemachte Blood Edition wohl noch im Eimer. Wollen wir ja alle nicht...
8%