Review

Back to the Swamp!

Nach gut 4 Jahren "Stille" in den Sümpfen Louisiana´s, wird Victor Crowley erneut wiederbelebt und darf sich an einer Schar von schießwütigen Kopfgeldjägern und jenen die es werden wollen, erneut aufs blutigste austoben.

Als im Jahre 2006 ein gewisser Adam Green den Mythos um "Victor Crowley" aus dem Sumpf (ähh..Taufe) hob, so wurde im Vorfeld viel spekuliert, da es eben hieß, dass Hatchet neue Maßstäbe im Splatter/Slasher-Genre setzen sollte.
Auf den hiesigen FantasyFilmFestspielen in Deutschland konnte man sich dann von diesem "Hype" persönlich überzeugen.

Übertriebende Kills, massig Querverweise auf andere Genre Vertreter und ein sympathischer Cast, die mit der richtigen Dosierung von Selbstironie und dezentem Sarkasmus in den Krieg gegen Victor Crowley zogen, bildeten das grobe Konstrukt von Hatchet.
Nach 4 Jahren also mal wieder Zeit, sich in den Sümpfen Louisiana´s nach dem Verbleib von Victor Crowley zu erkundigen.

Hatchet 2 steigt auch direkt in das Geschehen ein und stellt "Neulinge" erst einmal etwas fragwürdig auf die Probe. Der Film fängt direkt da an, wo Teil 1 endete.

Erste Neuerung, die beim sofort eingesetzten Kampf mit Victor Crowley dem Fan ins Auge fällt ist der Charakter der Marybeth.
Dieser wird nicht mehr von Tamara Feldman gespielt, sondern von der "new modern Scream Queen" Danielle Harris.
Zwar hat Harris den Vorteil, dass Sie kein unbeschriebenes Blatt im Horrorsegment mehr ist, jedoch fehlt ihr hier für meinen Geschmack etwas mehr Charaktertiefe, die eine Tamara Feldman, villeicht auch unfreiwillig, noch irgendwo einen Tacken mehr mitbrachte.
Groß ins Gewicht fällt das nicht, zumal sich Danielle Harris dem restlichen gut gewählten Cast perfekt eingliedert. 

Nach den anfänglich rasanteren ersten 10 Minuten, wird erstmal das Tempo rausgenommen und man besinnt sich auf alte Tugenden, so wie man das im Vorgänger auch schon zelenbriert hat. Man erfährt mal wieder etwas über die Hintergrundgeschichte des Victor Crowley, welche dieses mal deutlich inspirierter und ausführlicher zum tragen kommt.

Thomas Crowley (Kane Hodder) überzeugt hier auch auf emotionaler Ebene und verkörpert glaubhaft den angeblichen Verlust seines Sohnes. Generell gefallen die Rückblenden mit den Hintergrundinfos etwas besser, da man sich auch bemüht hat, die Gründe für das "sein" des Victor Crowley etwas tiefgründiger zu beleuchten.

Um aber jenen Victor Crowley erneut in Aktion sehen zu dürfen, zieht etwas Zeit ins Land. Diese nutzt Reverend Zombie (Tony Todd) um eine Crew Sumpfjäger zu rekrutieren, die nach Victor Crowley suchen und ihn gegen ein entsprechendes Kopfgeld, töten sollen. Mit dabei ist auch die gute Marybeth, deren Vater ja am Tot von Victor Crowley maßgeblich beteiligt war.
Auch R.A. Mihailoff, bekannt aus dem 3ten Teil des "Texas Chainsaw Massacres" darf sich der Jagd in den Sümpfen anschließen.

Gewisse Parallelen bis zum eigentlichen Einsatz des Victor Crowley gegenüber dem Erstling sind somit nicht von der Hand zu weisen. Nur war es damals halt die "Haunted Swamp Tour", wo sich eben ahnungslose Touris in die Sümpfe Crowley´s wagten. Nur gabs halt damals deutlich mehr ironische und unterschwellige Einschübe und Querverweise auf das Genre, welche hier deutlich zurück gefahren wurden. Man bekommt unweigerlich den Eindruck, dass man sich bewusst auf das wesentliche beschränken wollte. Dabei lässt man ähnlich viel Zeit verstreichen wie im Vorgänger, ohne diese aber dezent und sarkastisch mit einigen Seitenhieben aufzulockern.

Im Sumpf endlich angekommen gehts dann auch recht schnell los mit dem Gemetzel.
Offenbar wollte man wohl den Vorgänger in Sachen Kreativität etwas toppen. Stellenweise ist das auch gelungen, wenn auch manche Kills in ihrer Art  zwar brutal wirken, aber entsprechend billig aussehen. Aber das sind Gott sei Dank die Außnahmen.
Wie im Vorgänger wird ordentlich gesplattert. Auch kommen die Kills stellenweise übertrieben amüsant daher, was jetzt nicht die Härte an der Sache raubt, aber dann doch wieder mit einem Augenzwinkern gemeint ist.

Durch den langen Vorlauf wirkt Hatchet 2 dann in Summe etwas kurz, da das "Wald und Wiesengemetzel" somit auch recht schnell abgehandelt wird.
Zwar gibts in der Waldhütte noch einmal ordentlich "Ramba Zamba" und auch ein (wie auch beim Vorgänger) "Schleifer" kommt zweckentfremdet zum Einsatz, doch das "Finale" steht schnell vor der Türe.
Somit fällt auch der finale Kampf relativ kurz aus, da Victor Crowley zwar äußerst blutig, aber auch schnell wieder "ablebt".
Das Ende wirkt somit etwas aufgesetzt, als ob Hatchet 2 schnell fertig werden musste.

Was bleibt also als Gesamteindruck zurück?

Na klar..Hatchet 2 rockt die Hütte! Wenn auch für meinen Geschmack etwas schwächer als der stärkere Vorgänger.
Auch von der optischen Komponente fällt Hatchet 2 gegenüber dem Vorgänger leicht ab. Der Vorgänger wirkte etwas wertiger, was den Look des Films angeht.
Dies macht sich aber nur grundlegend in den Tagesaufnahmen bemerkbar, denn im Sumpf entpuppt sich fast alles wieder im gewohnt soliden Rahmen.

Die Kills sind nachwievor "on Top" und zeichnen Hatchet 2 aus, ebenso wie dies beim Vorgänger schon der Fall war.
Hätte man Crowley etwas eher mit in das Geschehen eingebunden, wäre das Gesamtbild etwas runder, direkt Schaden nehmen tut es aber nicht.
Atmospährisch fällt der zweite Teil etwas ab, macht aber dennoch Laune, auch wenn die Optik an einigen Stellen etwas wertiger hätte sein können.

Unterm Strich erfindet Hatchet 2 das Genre nicht neu. Adam Green ging halt spürbar auf Nummer sicher und liefert einen lupenreinen Party-Slasher-Splatter Film ab, der eigentlich jedem Fan ans Herz gelegt werden muss. Fans des Vorgängers können bedenkenlos zuschlagen, da Hatchet 2 natürtlich immer noch mehr bietet als das Groß der Masse, welches in die Videotheken geschwämmt wird.

Klare Empfehlung, wenn auch der Vorgänger zwei Äxte weiter vorne liegen dürfte.

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