„Hatchet" ist eine nette, unterhaltsame Splatterkomödie, die sich vom Durchschnitt vor allem mittels ansprechenden Trashgores im Stile von manchen Olaf-Ittenbach-Werken oder dem (vermutlich bald (nicht zu Unrecht) als Kult geltenden) „Bagman" abhebt. „Hatchet II" knüpft dort an, ist allerdings mit dem Makel des Fortsetzlings behaftet, der sich vor allem im etwas an den Haaren herbeigezogenen Setting zeigt: Daß Marybeth unbedingt noch einmal in die Sümpfe zurück muß, um ihre tote Verwandtschaft abzuholen bzw. deren Mörder Victor Crowley zu erledigen (was denn jetzt?), ist nicht so ganz nachvollziehbar, daß sie sich auf des Voodoo-Priesters tückischen Plan einläßt und somit auf das Schicksal der anderen scheißt, verwunderlich. Dazu kommt, daß die (nicht innovative, aber relativ geschickt gestrickte) Geschichte mit den drei bösen Buben dadurch ad absurdum geführt wird, daß Victor seine Opfer bis dahin völlig willkürlich aussucht („aussuchen" ist gut, er murkst jeden ab, den er zu fassen bekommt). Warum sollte er auf einmal ein Ziel haben? Der alberne Onkel-Bob-Twist am Ende hätte also auch nicht sein müssen. Das war's aber auch (fast) mit den negativen Punkten.
Die Effekte sind, wie bereits angedeutet, erstklassiger Volltrash; der komödiantische Anteil ist gelungen und trägt den Film sogar eine Dreiviertelstunde, bis man sich dann schon fragt, wann endlich wieder jemand umkommt - die Antwort erfolgt jedoch zeitnah. Und was dann geboten wird, toppt nicht nur den Gore-Faktor des ersten Teils, sondern ist zum Teil schon echt widerlich, ich denke da insbesondre an Chads Tod.
Auch wenn es nur nerdiger Kult ist: Sind im Vorspann Namen wie Danielle Harris, Kane Hodder und Tony Todd zu lesen, macht das Herz natürlich einen Hüpfer (obwohl ich erst eine verhältnismäßig kurze Zeit meines Lebens mit Horrorfilmen verbracht habe - die aber richtig!), wobei nur letzterer Eindruck hinterläßt - mit einer wesentlich größeren Rolle als im Vorgänger bedacht, zeigt er sich hier noch einmal in voller Stattlichkeit. Dementgegen bleibt Danielle Harris blaß, wie sie überhaupt eher als Fehlbesetzung einzustufen ist, da sie, trotz ähnlich geformten Gesichts, doch ein ganz anderer Typ ist als Tamara Feldman, die Marybeth aus dem ersten Teil - mal ganz abgesehen davon, daß ihr Charakter ganz anders angelegt ist, nämlich hysterischer und unbesonnener (und zudem egoistisch und rücksichtslos, siehe oben).
Ansonsten: Gewalt und Spaß sind garantiert, und Ministry im Vor-, Overkill im Abspann sowie ein „Twisted Sister"-T-Shirt machen nicht nur Regisseur Adam Green sympathisch, sondern verleihen dem Film einen persönlichen Extrapunkt.