Mit dem spanischen Regisseur Alex de la Iglesia ist es wie mit seinem deutschen "Kollegen" Boll - ihre Filme werden nicht ihrer selbst wegen beurteilt, der Nimbus des Erschaffers erdrückt seine Geschöpfe.
Bolls Werke sind nicht generell schlecht, nur weil scheinbar gerne an Boll selber herumkritisiert wird - und so verhält es sich auch mit seinem renommierten Berufsgenossen und seinen Werken, nur eben vice versa.
Der hier vorliegende Film ist Vieles - aber beileibe kein Meisterwerk.
Die hierzulande weitgehend unbekannten Schauspieler mögen ja einen ordentlichen Job abgeliefert haben, ihre Rollen jedoch verführen an keiner Stelle dazu, mit ihnen mit zu fiebern oder gar mit zu leiden. Allen voran Carlos Areces, der in der Hauptrolle mich nicht überzeugen konnte - zu sehr erinnert er mich an einen aufgedunsenen Bastian Pastewka auf LSD.
Kameraeinstellungen und Settings sind wenig überzeugend, Nachtaufnahmen wurden, ärgerlicherweise, deutlich sichtbar am Tage geschossen, Tricktechniken nur schwach in den Film integriert, Nebenhandlungen finden statt, aber keinen Anschluss an den roten Faden.
Einzig die "Höhle des Clowns" weiß in Ausstattung und Atmosphäre zu gefallen.
Das Motiv des (traurigen) Clowns wird bis zum wenig überraschenden bitteren Ende gnadenlos überstrapaziert; wenn sich die Kontrahenten am Ende, ihren Rollenklischees entsprechend verhaltend, lachend bzw. weinend gegenüber sitzen, fühlt man sich vom angestrebten künstlerischen Anspruch geradezu schleichend überrollt.
Auch wenn de la Iglesia eine Groteske kreieren, er den Zuschauer verwirren, ihn durch die Konfrontation mit Absurdem für neue Denkrichtungen öffnen wollte - er sollte nicht vergessen, dass das Medium Film den Konsumenten durchaus "abgeholen" sollte.
Der Spagat zwischen Kunst und Kommerz ist Alex de la Iglesia mit diesem Film bei Weitem nicht gelungen.