Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 29.04.2012

Alex de la Iglesias streift sehr nah am Neo-Grindhouse à la "House of 1000 Corpses" oder "Machete" vorbei und macht sich dessen optische Stärken zunutze, ist dabei aber viel mehr als reines Zitate-Mitternachtskino. Der Regisseur verarbeitet hier offensichtlich die Orientierungslosigkeit, mit der er das Spanien während des Franco-Regimes als Kind erlebt hat. Mit der kindlichen und von allen Regeln verlassenen Perspektive gelingt ihm ein tiefgehendes Psychodrama zwischen dem Realismus eines Kriegsfilms und dem Eskapismus einer Alice-im-Wunderland-Welt, und da, wo sich diese beiden Welten berühren, treiben Clowns im Irrgarten ihr Unwesen, die nur noch von Liebe und Hass getrieben werden, weil ihnen sonst nichts mehr bleibt. Das ist höchst intensiv gefilmt, niemals selbstzweckhaft, immer außergewöhnlich berührend. Ganz große Klasse.

*weitere Informationen: siehe Profil

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