Humor ist wenn man trotzdem lacht
Kämpfende Clowns, Franco an der Macht, Spaniens Seele verwundet,
dieser Zirkus besonders Fans des frechen Regisseurs sicher gut mundet.
Zwei fiese, geschädigte Clowns im Kampf um 'ne pralle Madame,
„Mad Circus“ sollte stehen als Geheimtipp auf jedem Mitternachtsprogramm.
Voller Gesellschaftskritik und Vaterlandsenttäuschung, Wut im Bauch und steckendem Lachen im Hals,
aufgepasst, das ist nichts für Zartbesaitete, bei dieser Vorführung da knallt's.
Heiliges Blut, bizarr, surreal und speziell,
de la Iglesia ist mittlerweile wirklich einer meiner Lieblinge, ganz generell.
Der liefert fast immer krachend ab, dieses gespannte Zelt ist da keine Ausnahme,
selbst wenn seinen fiesen, schwarzhumorige Stil manche mögen finden banane.
Allein die Vorspanncollage hat es in sich, gibt Tempo und Thema vor,
wer im Folgenden traurigen Wahnsinn eine reine Gewaltorgie sieht, muss sein ein Tor.
Voller Sex, voller Verblendung, voller fehlender Kindheit,
wer das alles nicht als Metapher sieht, muss wohl leiden an Blindheit.
„Mad Circus“ ist Anklage und Objekt der Begierde,
seine Schweinereien sind nicht nur da zur Zierde.
Selten war Iglesia so bissig und böse, so historisch relevant,
vielleicht ist er sogar ein Genie, etwas verkannt.
Jedenfalls kann ich diesen Totentanz nur wärmstens empfehlen,
selten konnte ein Regisseur das Herz eines Landes derart rigoros stehlen und quälen.
Fazit: ein moderner Klassiker Spaniens, des schwarzen Humors und des surrealen Genrekinos! Auf den Spuren von Jodorowsky, als ob man Del Toro und Tarantino kreuzt. Famos, rotzig, anders, krass und wichtig. Nationalkritik vom Feinsten. Clownin' on Heavens Door!