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kurz angerissen* erstmals veröffentlicht: 29.04.2012 Alex de la Iglesias streift sehr nah am Neo-Grindhouse à la "House of 1000 Corpses" oder "Machete" vorbei und macht sich dessen optische Stärken zunutze, ist dabei aber viel mehr als reines Zitate-Mitternachtskino. Der Regisseur verarbeitet hier offensichtlich die Orientierungslosigkeit, mit der er das Spanien während des Franco-Regimes als Kind erlebt hat. Mit der kindlichen und von allen Regeln verlassenen Perspektive gelingt ihm ein tiefgehendes Psychodrama zwischen dem Realismus eines Kriegsfilms und dem Eskapismus einer Alice-im-Wunderland-Welt, und da, wo sich diese beiden Welten berühren, treiben Clowns im Irrgarten ihr Unwesen, die nur noch von Liebe und Hass getrieben werden, weil ihnen sonst nichts mehr bleibt. Das ist höchst intensiv gefilmt, niemals selbstzweckhaft, immer außergewöhnlich berührend. Ganz große Klasse. *weitere Informationen: siehe Profil
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Ein Wahnsinnsfilm, im wahrsten Sinne des Wortes. Wirklich ausgezeichnet, fern ab von allen gähn..ähh..gängigen Standards. Also dürfte an dieser Stelle schon klar sein, Mad Circus ist nicht Made In Hollywood. Welch ungebändigten Stil Alex de la Iglesia zelebriert sollte allgemein schon aus "Perdita Durango" bekannt sein. Bleibt dem Zuschauer zu Beginn noch relativ verschlossen in welche Richtung es geht, bewegt sich das Ganze nach dem Prolog mehr in mehr in einen Rausch, von Minute zu Minute durchgeknallter, kompromissloser, grotesker. "Mad Circus" zeigt in überspitzter, aber dafür umso eindringlicherer Form das hässliche Gesicht der Liebe, falls das Wort überhaupt noch zutreffend ist. Naja, schon irgendwie. Absoluter Geheimtipp!