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Völlig verstört wird Kristen in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Die junge, desorientierte Frau kann sich an nichts erinnern – auch nicht daran, dass sie ein altes Farmhaus in Brand gesetzt haben soll. In der abgeschieden im ländlichen amerikanischen Nordwesten gelegenen Anstalt versucht Dr. Stringer in einem speziellen Programm, Kristens psychische Barriere zu durchdringen, ihr, wie auch vier jungen Mitpatientinnen, zu helfen. Doch Kristens mentaler Zustand scheint sich nur zu verschlechtern.

John Carpenter scheint sich ja langsam auf die Rente vorzubereiten. Sein Output an Filmen die letzten Jahre ist jedenfalls sehr übersichtlich. Das letzte Werk (Stand 01/2014) ist the Ward, der so etwas wie einen Gruselthriller darstellt, oder von mir aus auch als Horror light durchgeht. Leider muß man allerdings wieder konstatieren, das es mit der Kreativität des Meisters nicht mehr so gut bestellt ist wie früher.
Hier gehts um die gute Kristen, die nach einer Hausabfackelung erst mal in die geschlossene Abteilung einer Klapse nach Oregon eingeliefert wird. Die Story spielt im Jahr 1966, was aber auf den weiteren Verlauf mal eben gar keinen Einfluß hat. Genauso gut könnte das Geschehen im Mittelalter oder der Jetztzeit spielen. Zusammen mit vier Leidensgenossinnen sitzt sie in der Anstalt fest, währenddessen sich einige Ungereimtheiten bezüglich ihrer Vorgängerin auftun, eine unheimliche Begegnung in der Dusche stattfindet und alsbald auch die erste der Damen mittles Schraubenzieher o.ä. im Auge permanent von ihren psychologischen Problemen erlöst wird.
Härtere Szenen bleiben dem Zuschauer allerdings erspart, getötet wird stets unblutig. Allerdings bietet so ein großes Gemäuer von Natur aus, speziell nachts, eine unheimliche Atmossphäre. Dazu kommen noch die obligatorischen Gewitter und ein lederhäutiger Geist, der auf den Namen Alice Hudson hört, und dessen Vergangenheit erstmal entschlüsselt werden will. Das am Ende noch ein Twist folgt, der das bisherige Geschehen ziemlich auf den Kopf stellt, ist natürlich Ehrensache.
Ich fand allerdings keine typische Carpenter Handschrift in den 80 MInuten Laufzeit. The Ward bietet Standardgrusel, der handwerklich zwar gut gemacht ist, aber längst nicht über die Qualtäten vergangener Filme verfügt. Die Darsteller fand ich dabei sogar absolut brauchbar, während die Story insgesamt doch nicht wirklich rockt. Egal, wenn John Carpenter 2019 seinen nächsten Film macht, bin ich wieder dabei.
6/10

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