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Staffel 1 - Folge 3

Für das Finale der ersten Staffel legte man im Vergleich zum schwächelnden Vorgänger noch mal eine Schippe drauf. Diverse Bürgerinnen und Bürger, jeweils mit Sprengstoff behangen, stellen Holmes und Watson vor rätselhafte Aufgaben, immer versehen mit einem Zeitlimit. Nicht nur kommen dem gelangweilten Detektiv diese Ereignisse gerade recht, sie bringen ebenso einen alten Fall wieder auf's Tableau wie auch den Verdacht, dass alle Spuren zu einem ebenbürtigen Gegenspieler führen.

Kennt man die literarischen Vorlagen von Sir Arthur Conan Doyle, konnte man sich schon am Ende des zweiten Films zusammenreimen, welche mysteriöse Person im Finale auftauchen wird. Das tut der Spannung aber keinen Abbruch, denn „Das große Spiel“ entpuppt sich in seinen episodenhaften Runden mit dem alles verbindenden Überbau als spannendes Puzzle, das nur selten mal den Fuß vom Gas nimmt. Dies bleibt dann allerdings nicht unbemerkt.
Das Drehbuch stammt diesmal von Mark Gatiss, der im Vergleich zum vorigen Thompson Holmes sich wieder angenehm hektischer und sarkastischer geben lässt. Die Geschichte ist voll von kleinen Versatzstücken aus verschiedenen Vorlagen, für Kenner ein gefundenes Fressen, und wie schon zuvor eine gelungene Übertragung der klassischen Vorlage in die Moderne. Das Hauptkonstrukt der Geschichte wirkt dabei nicht immer ganz so flüssig, die Ruckler sind aber verschmerzbar und in seiner Gesamtheit ist der Fall, inklusive des Finales, ein überzeugender Abschluss. Wenn auch der Schurke, im Vergleich zur Vorlage, etwas überdreht daherkommt. Das alles ist aber Meckern auf sehr hohem Niveau.

Cumberbatch und Freeman sind in den Rollen drin, die Festigung des Verhältnisses mitsamt der ein oder anderen Anspielung gelingt en passant, die Einbindung der Nebenfiguren wie Mycroft oder Lestrade fügt sich ebenso ein.
So ist „Das große Spiel“ mit seinen Anspielungen auf diverse Plots aus den Vorlagen und seiner eigenen spannenden und humorvollen Geschichte ein mehr als gelungenes Finale der ersten Staffel. Eine insgesamt faszinierende Übertragung des Stoffs in die Neuzeit, die die Ungeduld auf die Fortsetzung schürt.

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