Eigentlich in der Schweiz gelegen, beschreibt die Kurzgeschichte „Das letzte Problem“ von Arthur Conan Doyle um den britischen Detektiv das finale Aufeinandertreffen von diesem mit seinem Erzfeind Professor Moriarty an dem titelgebenden Wasserfall. In der vorliegenden finalen Episode der zweiten Staffel verlagert das von Stephen Thompson verfasste Skript wie schon zumeist in der Serie den Schauplatz ins moderne London. Doch sind die Pläne von James Moriarty hier nicht minder diabolisch, sucht er doch die Zerstörung der Figur Sherlock Holmes durch die Medien, die Justiz und letztlich sich selbst.
Und so bekommt man im Staffelfinale nochmal alle etablierten Versatzstücke um die Ohren gehauen, von schnell vorgetragenen Analysen des Detektivs, der sich wie immer von seiner charmantesten Seite zeigt, bis hin zum Spiel seines emotionalen Gegenparts in Gestalt von Dr. Watson.
Grundlage bleibt die Geschichte „Das letzte Problem“, welches auch immer wieder innerhalb der Episode ausformuliert wird. Wie gewohnt bedient man sich auch anderer Vorlagen, hier auch mit ein paar Verweisen auf die Verfilmung „Die Frau in Grün“ (1945). Das Skript ist dicht gepackt und temporeich geschrieben, die Umsetzung ebenso und als Finale taugt das Gesehene durchaus, legt Fährten und steuert auf einen dramatischen Höhepunkt zu – der sich dann auch ebenso dramatisch gibt.
Ein interessant gestrickter Fall für die beiden Ermittler, Cumberbatch und Freeman liefern in ihren Rollen mal wieder ab. Und auch Andrew Scott als Moriarty kann sich wieder austoben, seine Holmes in nichts nachstehende Arroganz bedingt einige spannende Szenen zwischen den beiden. Flott inszeniert und den Fokus auch auf die Beziehungen der Figuren untereinander legend, schließt hiermit eine weitere sehenswerte Staffel der Serie, in der vor allem die erste und letzte Episode glänzen. Die finalen Minuten sind fesselnd und emotional und schüren die Neugier auf die nächste Folge.