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Staffel 3 - Folge 1

Zwei Jahre nach dem Tod von Sherlock hat sich die Welt für andere weitergedreht. Auch für Dr. Watson, der eine Praxis sowie seine Freundin hat und nicht mehr in der Baker Street 221B wohnt. Doch der Verlust hat seine Spuren hinterlassen und umso verblüffter ist John, als der Totgeglaubte plötzlich wieder vor ihm steht.

Das Wiedersehen mit Watson gestaltet sich dabei erwartbar emotional aufgeladen, wenn auch nicht im sonderlich positiven Sinne. Und der von Jeremy Lovering inszenierte Auftakt in die dritte Runde verwendet auch einiges an Zeit auf die Rückkehr Sherlocks und die Wirkung dieses Ereignisses auf seine Umwelt. Eigentlich ist „Der leere Sarg“ überwiegend die Wiederannäherung der beiden Hauptfiguren, der noch mit eingebaute drohende Terroranschlag ist eher Nebensache und wird erst im letzten Drittel konkret. Was aber  einen guten Beitrag in die Reihe abgibt, denn das Zwischenmenschliche, sofern man das bei Mr. Holmes so nennen mag, kann in diesem Gefüge eine durchaus interessante Erzählung abgeben.
Harmonisch läuft es nicht, das überraschende Wiedersehen gebiert manch kurzen Gewaltakt, mit der Zeit entwickelt sich aber doch wieder ein Stück weit das frühere Miteinander.

Die Verweise auf diverse von Sir Arthur Conan Doyle verfassten Vorlagen sind zahlreich, dennoch wirkt "Der leere Sarg" durch seinen persönlichen Kern eigenständig, wobei die Figuren in ihrer bekannten Art in der gewohnten Modernisierung verhaftet bleiben. Und das schaffen Benedict Cumberbatch und Martin Freeman inzwischen leicht. Die kennen die Charaktere bzw. diese Varianten und auch Mark Gatiss als Mycroft Holmes steht dem in nichts nach. Weitere Nebenfiguren sind auch in Staffel drei dabei, Lestrade (Rupert Graves), Mrs. Hudson (Una Stubbs) und auch Johns Freundin Mary (Amanda Abbington) bekommen ihre Szenen. Auffallend gelungen ist dabei die Montage zwischen den getrennten John und Sherlock, die ein paar witzige Übergänge parat hat. Dazu ein postmortaler Fanclub, ein Besuch von den Eltern und die wie immer flotten Analysen sowie abgefeuerten Kommentare mit Sherlocks sozialer Inkompetenz.

„I don't shave for Sherlock Holmes."

Zusammen ergibt das wieder eine kurzweilige und unterhaltsame Episode der Reihe, die dieses Mal nicht vom Fall selbst lebt, sich aber dafür mehr um das kümmert, was zwischen den Figuren passiert. Und so wie das hier präsentiert wird, macht das ebenso Freude. Bleibt die nur noch die Frage, wie es denn nun wirklich war.

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