Die Hochzeit von John Watson und Mary Morstan steht an und Sherlock steht vor einer übermächtigen Herausforderung - denn er soll Johns Trauzeuge sein. Allein dies bietet Stoff für eine unterhaltsame und abwechslungsreiche Episode um den bekannten Detektiv aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle. Doch natürlich gesellt sich noch ein zu lösendes Verbrechen in die bunte Feierrunde.
Das Skript zu „The Sign of Three“ von Stephen Thompson, Steven Moffat und Mark Gatiss vereint einige Versatzstücke aus den Werken um Sherlock Holmes, der Titel spielt auf die Geschichte „The Sign of the Four“ an, aus welcher man sich manche Figuren und Ideen leiht. Wie in der modernisierten TV-Auflage gewohnt erzählt aber auch dieser Eintrag nicht einfach ein klassisches Abenteuer in neuem Gewand. Hier hebt sich besonders ein Wille zur Mischung hervor, denn die Verweise auf frühere Ereignisse und Fälle durchziehen die komplette Folge und von einer geradlinigen Erzählung ist man hier mit all den Einschüben weit entfernt. Das lädt einfach zum Zuschauen ein und serviert einen gesellschaftlichen Anlass mitsamt Sherlocks gesellschaftlichen Unzulänglichkeiten, dazu noch Ausschnitte aus früheren Abenteuern, etwas über die Beziehung zwischen John und Mary und die üblichen humoristischen Spitzen. Der Mix macht das amüsant und dynamisch, wobei allein die alkoholische Episode zu lange ausgespielt wird, um den Witz drinzubehalten.
Über Benedict Cumberbatch und Martin Freeman braucht man nicht mehr viel sagen, sie beherrschen die Figuren aus dem Stand, wobei Sherlock hier wieder mehr im Mittelpunkt steht und schon geradezu exaltiert auftritt. Schwer zu glauben, aber sogar ein paar rührende Momente mag er sich hier abringen, die einen willkommenen Kontrast zum sonst gewohnten Ton einbringen.
„I know ash!“
Eine angenehm durchgemischte Folge der Serie, welche weniger eine stringente Erzählung eines Falls denn in vielen Sequenzen das Leben der Beteiligten beleuchtet. Die Hochzeit als Rahmen bietet Farbe und Figuren, der sich letztlich herausschälende Krimiplot bleibt eine unterhaltsame, aber auch wenig eindrückliche Nebensache. Dennoch ein gelungener Beitrag mit einem immer wieder mal ungewohnt expressiven Holmes im Mittelpunkt, einigem Witz und viel Kurzweil.