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Nach dem ungewöhnlichen Tod nimmt der Verstorbene Kontakt mit seiner Tochter auf, damit diese die Ursache für seinen Tod aufklärt und den Verantwortlichen entlarvt, doch so einfach ist die Sache nicht, denn es gibt viele in Frage kommende Täter, da der Mann nicht gerade zimperlich mit den Menschen in seinem Umfeld umging.

Dies ist eine der letzten Regiearbeiten von Italiens Kultregisseur Lucio Fulci. Die Geschichte liest sich nicht schlecht und ist auch gut aufgebaut, denn das Filmchen beginnt mit einem Sprung ins kalte Wasser in Form eines Prologes, um dann nach und nach die Figuren vorzustellen und mit zunehmender Laufzeit ihre Beziehungen, deren Konflikte mit dem Verstorbenen und somit mögliche Motive für eine Ermordung zu durchleuchten. Hinzu kommen im weiteren Verlauf phantastische Elemente, wie die Kontaktaufnahme des Toten mit seiner Tochter über Träume oder Visionen, in denen er sie bittet, den Mord für ihn aufzuklären, bevor seine Zeit vorbei ist und warum die Zeit drängt, wird einem verdeutlicht durch Einblicke in seinen Sarg, in dem der Verfallsprozess fortschreitet und an einer Stelle schön symbolisiert durch einen abfahrenden Zug, aus dem er zu seiner am Bahnsteig hinterhereilenden Tochter spricht.
Die Auflösung ist dann recht ordentlich ausgefallen, liefert allerdings kein überraschendes Aha-Erlebnis, dafür finde ich das finale Ende auf dem Friedhof aber prima.
Dass es sich bei dem Streifen um eine kostengünstige Produktion handelt, merkt man ihm an allen Ecken und Kanten an. So weist er eine typische Fernsehfilmoptik auf, kann aber dennoch einige spannungsreiche und athmosphärische Szenen aufbauen, wobei ich besonders gelungen vor allem die Traumsequenzen der mordaufklärungsbegierigen Tochter finde. Auch die Kameraführung glänzt in (zwar nur) wenigen Momenten durch feine Fahrten oder die fulcitypischen Augen-Close-Ups, was besonders passend bei der Testamentsverlesung rüberkommt.
Die Darsteller bewegen sich ebenfalls alle auf TV-Niveau, wobei die wenigen guten Ansätze bei manch einem Schauspieler durch die miese deutsche Synchronisation im Keim erstickt werden.
Wer sich den Film auf Grund des Regisseurs gepaart mit der Erwartung auf blutige Splattereffekte zu Gemüte führt, dürfte nicht glücklich werden, denn auch effektetechnisch sieht man dem Werk an, dass es nicht für Unter-der-Ladentheke, sondern für die Flimmerkiste gedreht wurde. So gibt es neben der inhaltlich zwar derben, aber deutlichst als Trick erkennbaren Eröffnungsszene, in der einem Knaben eine ungewöhnliche Erziehungsmethode zu Teil wird, bis auf eine nette Authopsiesequenz, in der Lucio Fulci höchst persönlich das Skalpell schwingt und die unnötigen Spiegeleiaugenschnippler (in der wieder erkennbar ist, dass kein Geld für Nachdrehs vorhanden war, denn das zweite Auge will und will sich nicht zerschneiden lassen und zieht es vor zu platzen) kein Blutvergießen zu verzeichnen. Um die Fulcijünger nicht zu verärgern, hat man dafür wohl eine Zombietraumpassage eingebaut, aber diese empfinde ich wenig zum Rest des Films passend und überflüssig.

Insgesamt sind bei diesem Spätwerk Fulcis gute Ansätze in Story und Umsetzung zu erkennen, aber insgesamt reicht es dann auf Grund von einigen Längen und Budgetengpässen nur zu einem mittelmäßigen Gesamtergebnis.

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