Der Mexikaner Cesar Millan ist der erfolgreichste kommerzielle Hundetrainer in den USA und seiner DVDs verkaufen sich gut. Die ca. 45 minütigen Sendungen befassen sich meist mit bis zu 3 Hunden deren "Problem" vorgestellt wird und Cesar Millan zeigt die Lösung. Der Hype um ihn ist riesig, aber auch berechtigt? Wie so oft steht aber das Problem oder ein großer Teil davon neben dem Hund in Form seines Besitzers. Eine Reihe der Tipps sind tatsächlich brauchbar, aber man sieht nur selten genau wie lange er was gemacht hat und welche Hilfsmittel er dabei gebraucht hat.
Millan tritt im typischen US Verkaufs-TV Stil als allmächtige Ikone auf der jedes Hundeproblem lösen kann. Tatsächlich "funktionieren“ die Hunde irgendwie am Ende der Sendung, aber man weiß nicht was alles dazwischen passiert ist, wie lange es gedauert hat und sämtliche Details. Dazu scheinen ihn auch umstrittene Methoden wie die verbotenen Stachelhalsbänder o.ä. recht. Wer die Hunde genau beobachtet und die Körpersprache deuten kann stellt fest, dass diese extrem eingeschüchtert, verängstigt oder sich sonst wie unnormal verhalten.
In der 2. oder 3. Sendung der ersten Staffel gibt es zum Beispiel einen Staffordshire-Mix der alle kleineren Tiere ohne Vorwarnung angreift. Millan bricht seinen Willen durch anstupsen, unterwerfen, ständige Korrektur mit zwischen und ähnlichem. Am Ende ist der ehemals aggressive Hund ein ruhiges eingeschüchtertes Etwas dem man ein Kaninchen unter die Nase hält und nichts passiert. Er wird sogar dazu gebracht ein Meerschweinchen zu "küssen“ um zu beweisen, dass er völlig unaggressiv ist. Dies ist ein völlig unnormales Verhalten für diese Tiere, vor oder nach einem Training.
In anderen Sequenzen sieht man ihn Hunde mehrfach ins Gesichts schlagen um ein Verhalten zu korrigieren. Ein anderer Hund wird so lange versucht massiv physisch zu unterdrücken bis er nach verzweifeltem Kampf erschöpft aufgibt, aber dennoch alles andere als entspannt ist.
Hunde-Training erfahrenen Menschen sei gesagt, dass die Methoden von Millan alles andere als unumstritten sind. Ganze Tierschützer- und Hundeerzieherverbände laufen Sturm gegen seine Methoden die modernste Verhaltensforschung über diese Tiere nicht berücksichtigen. Viele sprechen von Tiermisshandlung und einige Methoden taugen sogar dazu die Hunde noch aggressiver und unberechenbarer zu machen. Am Ende geht es nur um die Show und um seine Marke zu pushen.
Hundebesitzer sollte ganz vorsichtig mit den Informationen umgehen und immer mit ihren lokalen Hundeschulen zusammenarbeiten und sich auch einmal umhören nach Alternativen und modernen verhaltensorientierten Methoden mit positiver Verstärkung. Dies ist nachhaltiger als die überwiegend gewaltsamen Methoden von Cesar Millan die beileibe nicht jeder alleine umsetzen kann und soll. Dies zeigen auch die ständigen Einblendungen nach dem Motto “Bitte nicht alleine zuhause ohne Anleitung machen“
5/10 Punkten
als neutrale Wertung in der Mitte weil nicht alles falsch ist was gezeigt wird und besser die Hunde werden so erzogen als gar nicht