Zwei, drei Mal konnte bei „Necro Files“ durchaus geschmunzelt werden, auch wenn die Amateurproduktion in allen Belangen versagte und schon gar keinen unterhaltsamen Film ergab. Dass diese Fortsetzung jedoch um Längen dilettantischer ausfallen würde – und das gut sechs Jahre nach dem Original – war in dieser katastrophalen Form hingegen nicht zu erwarten. Mit Trash-Charme hat diese Produktion nichts mehr zu tun.
Die groben Zutaten sind dieselben geblieben: Ungleiches Copduo jagt zombiefizierten Serienkiller Logan, diesmal zusätzlich dessen Bruder, der tagsüber Pornos schneidet und sich nachts reihenweise über Frauen hermacht…
…was letztlich recht nah an der Schwelle zum Hardcore ist, da hier nicht selten Schamlippen in Nahaufnahme zu sehen sind, Penisse jedoch grundlegend aus Gummi-Imitaten bestehen und eine explizite Penetration nicht auszumachen ist.
Was die Sache nicht besser macht, denn besonders zu Beginn reiht sich eine Vergewaltigung an die nächste, wobei jene mit Verstümmelungen und Tod des Opfers einhergehen. Manchmal wird nach dem Versprühen des Ejakulats noch ein wenig vom Körper (vorzugsweise die abgetrennten Brüste) genascht, ab und an auch in umgekehrter Reihenfolge.
Die beiden Cops spielen indes nur eine sekundäre Rolle, flotte Sprüche und One-Liner wie beim Original sondern sie nicht ab, sie sind lediglich vorhanden, um der Sache minimale Abwechslung und kleine Szenenwechsel zu verschaffen und bei finaler Konfrontation auf beide Killer zu treffen.
Was im Vergleich zum ersten Teil deutlich fehlt, sind charmante Einfälle, wie das fliegende Zombie-Baby oder doofe Verhaltensweisen einiger Randfiguren.
Hier hingegen hat man auf Biegen und Brechen versucht, die Grenzen des schlechten Geschmacks ohne auch nur ein einziges Augenzwinkern zu sprengen, was dennoch nicht gelingt, da sämtliche Effekte so übel sind, als hätte man sie innerhalb weniger Momente mit etwas Latex und Kunstblut dahingeklatscht. Die Handkamera versucht erst gar nicht, diverse Kehlenschnitte effektvoll festzuhalten, während bei sämtlichen Messerwunden zwar rote Spuren, aber eben keine Schnittwunden zu sehen sind.
Auch die FX fallen deutlich schwächer aus als beim Original.
Die Auftritte einiger Pornodarstellerinnen können dieses Debakel nicht mehr im Geringsten aufwerten, das 50-Zentimeter-Penis-Imitat des Zombies mittlerweile auch nicht mehr, - das Pensum des Überraschungseffekts wurde bereits beim Vorgänger ausgespielt.
Was bleibt, ist eine Amateurproduktion auf unterstem Niveau, die weder Freude bereitet, noch mit seinen Geschmacklosigkeiten schockieren kann.
Unbrauchbar, weil er selbst härtesten Trash-Fans nichts zu bieten hat.
1,5 von 10