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Ein Filmteam dreht in einem alten Landhaus einen Streifen über die mysteriösen Morde, die sich hier einst zutrugen. Als man während der Dreharbeiten aus einem Beschwörungsbuch vorliest, geht das Morden von Vorne los.

Dann fange ich mal mit den positiven Dingen dieses überschaulichen Spukhäuslers an, denn da gibt es nicht so viel zu schreiben. Zum einen bietet das Haus an sich mit seiner Ausstattung, den schattigen Plätzchen und vielen und großen Räumlichkeiten einen netten Blickfang und zum anderen gefällt mir die musikalische Untermalung mit ihren überwiegend dumpfen und bedrohlichen Tönen ausgezeichnet.
Leider vermisst man aber eine interessante Geschichte, die sich unter diesen guten Rahmenbedingungen entfalten kann, doch die meiste Zeit passiert eigentlich nichts, was erwähnenswert wäre. So werden wir Zeuge, wie an dem Filmchen über das Häuschen gedreht wird, es gibt ein paar Kabbeleien zwischen den Crewmitgliedern, ein halbierte Katze und gegen Ende klettert einer aus seinem Grab und macht alle tot, wobei mit der Enthüllung der Identität des Untoten die einzige Überraschung des Streifens bereit gehalten wird, diese allerdings nur so überraschend ist, weil sie keinen logischen Sinn ergibt.
Alle Morde sind nachmittagsfernsehtauglich aufbereitet und finden entweder im Off statt oder lassen eine rote Farbgebung vermissen. Spannung kommt zudem nur selten auf und wenn, dann wird die Vorfreude auf die Dinge, die dann doch nicht eintreten, durch Enttäuschung abgelöst.
Die handelnden Charaktere bleiben wie die Story überschaulich. So haben wir neben ein paar unerwähnenswerten Randfiguren den Regisseur, der seine Arbeit sehr ernst nimmt und gerne mal aus der Haut fährt, seine unter Alterserscheinungen leidende Bettgespielin und Hauptdarstellerin, den trinkfreudigen und glatzköpfigen Hauptdarsteller, der sich seine Schönheit durch aufgetragene Masken zurückholt und den knorrigen Hauskenner, der von B-Movie Ikone John Carradine verkörpert wird und leider nur wenig Leinwandzeit aufzuweisen hat. Die restlichen Schauspieler glänzen lediglich durch mittelmäßige Leistungen.
Nett sind dagegen die Verweise der handelnden Crew auf die Schwäche ihres Drehbuches oder die darstellerischen Leistungen, da diese ja, wie bereits erwähnt, auch auf "Beschwörung" zutreffen oder die parallel verlaufende Darstellung eines gefilmten und eines draußen tatsächlich stattfindenden Mordes, aber das macht den Fisch nicht mehr fett.

Insgesamt handelt es sich bei "Beschwörung" um einen lahmen Vertreter des Spukhausfilms mit minimalen Zombieanleihen, der zu keiner Zeit richtig gruselig oder spannend wird und somit nicht unbedingt über jeden Bildschirm geflimmert sein muss.

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