Der Regisseur Eric Hartman und seine Crew nehmen den spukigen, alten Landsitz der Familie Beals in Beschlag, um dort einen Horror-Streifen zu drehen. Der schrullige Verwalter Edgar Price setzt die Film-Leute genauer über die unheimliche Geschichte des Hauses ins Bild, denn offenbar kam es dort bereits zu sieben unerklärlichen Morden und Selbstmorden unter den ehemaligen Bewohnern. Im Verlauf der nicht immer stressfreien Dreharbeiten findet der Schauspieler David ein altes tibetanisches Zauberbuch auf dem Dachboden. Eric entschließt sich, die Schwarte in einer der Schlüssel-Szenen als Requisit zu verwenden und seine Schauspieler laut eine Beschwörungs-Formel daraus vorzulesen zu lassen. Ein schwerer Fehler, denn während drinnen nun ein schlecht geschminkter Knallcharge den wiederauferstandenen Zombie mimt, steigt draußen eine „echte“ reanimierte Leiche aus ihrem Grab und macht sich vom angrenzenden Friedhof auf den Weg zum Haus, um ein Massaker unter den Film-Schnöseln anzurichten... Konstatieren wir mal: obwohl man es hier allem Anschein nach mit einem leidigen 70er-Jahre-Billigfilm zu tun hat, überrascht Paul Harrisons „Beschwörung“ mit einigen atmosphärisch beachtlich starken Sequenzen, die zudem von der kräftigen Farb-Gestaltung profitieren, und ein paar sudeligen Blut-Effekten, die Buchklammer-mäßig zu Anfang und Ende des Streifens verbraten werden. Der gesamte Rest ist leider nur ein nicht gerade berauschend gut gemachter und sehr langatmiger Grusel-Schwund mit Trash-Appeal, der ungeniert Mystery-, Okkult- und Zombie-Motive durcheinander mixt. Zwar versucht der Regisseur ein wenig Kapital aus der Vermischung der Dreharbeiten mit der realen Mord-Historie des besagten Hauses zu schlagen, weswegen man „Beschwörung“ glatt zum Randbereich jener doppelbödigen Hollywood-Intern-Filmchen, die auch vom Filmemachen handeln, rechnen kann... aber das Meiste davon verpufft leider wirkungslos ohne irgendeinen Eindruck zu hinterlassen und liefert nur ein paar blasse Farbtupfer für eine an sich ziemlich abgenudelte Geschichte. Immerhin aber praktisch, dass man nicht darauf achten muss, ob ein Mikrofon oben ins Bild hängt, weil eh alles mit Film-Equipment voll steht. Das Ganze umweht außerdem der abgestandene Mief eines Abschreibungs-Projekts, das nur deshalb ins Leben gerufen wurde, um die beiden Ex-Stars John Ireland und John Carradine, die beide schon mal bessere Zeiten gesehen haben, verbraten zu können. Zwei Drittel der Laufzeit werden mit der nicht gerade unterhaltsamen Schilderung der Problemchen am Set eines solchen Schotter-Streifens verschwendet, zweifellos um den dünnen Plot bis zur Schmerzensgrenze zu strecken. Auf das Auftauchen des Zombies und das damit verbundene Einsetzen des Body Counts wartet man ergo sechzig quälend lange Minuten, nur um dann mit ein paar unspektakulären Gore-Einlagen abgespeist zu werden, die George A. Romero schon sechs Jahre zuvor mit seinem „Die Nacht der lebenden Toten“ spielend leicht getoppt hatte. Die ganz nette Parallel-Montage mit der gestellten Auferstehung am Film-Set und dem „echten“ Untoten, der sich währenddessen im Garten aus dem Dreck buddelt, genügt dann auch nicht, um ein wenig Esprit in die trockene Angelegenheit zu bringen, denn das bleibt leider der einzige Anflug von Stil in diesem ansonsten komplett versemmelten Heuler. Die bröseligen Masken und Make Ups können vielleicht Fans solchen Horror-Mülls bei der Stange halten, alle anderen hingegen dürften sich eher verarscht vorkommen.
2/10