In Insidious zieht eine junge Familie – Vater Josh (Patrick Wilson), Mutter Renai (Rose Byrne) und ihre Kinder – in ein neues Haus. Doch es dauert nicht lange, bis seltsame Phänomene ihren Alltag durchbrechen: Gegenstände bewegen sich, Schatten huschen durchs Haus und ihr Sohn Dalton fällt nach einem mysteriösen Vorfall ins Koma – ohne medizinische Ursache. Als klar wird, dass es sich um kein gewöhnliches Krankheitsbild handelt, holen die Eltern eine spirituelle Beraterin zu Hilfe – Elise Rainier (Lin Shaye), ein Medium mit Erfahrung in übernatürlichen Dingen. Nach und nach zeigt sich, dass Daltons Bewusstsein in einer Zwischenwelt namens „The Further“ gefangen ist – und dass dunkle Mächte versuchen, seinen leeren Körper zu übernehmen.
Insidious ist so ein Film, der zur richtigen Zeit kam. 2010 war das ganze Haunted-House- und Dämonen-Genre noch nicht so durchgenudelt wie heute.
Was ihn auf den ersten Blick wie einen recht generischen Genrebeitrag wirken lässt – Familie zieht in ein Haus, Kind wird „besessen“, Medium wird gerufen – gewinnt durch die Art der Inszenierung und durch einzelne stilistische Eigenheiten dann doch eine gewisse Eigenständigkeit.
Besonders hervorzuheben ist der rote Dämon, der in mehreren Szenen auftaucht – optisch eindrucksvoll gestaltet und definitiv einprägsam. Auch die Anderswelt „The Further“ hebt sich angenehm von der sonst üblichen Darstellung des Jenseits ab: düstere, neblige Korridore, flackerndes Licht, fast traumähnlich surreale Bildsprache – das bleibt hängen und verleiht dem Film seinen eigenen Touch.
Die Darsteller machen ihren Job durchweg solide. Patrick Wilson und Rose Byrne sind bekannte Gesichter, die auch später immer wieder im Genre auftauchten. Besonders Lin Shaye als Medium Elise ist mittlerweile so etwas wie eine feste Instanz im Grusel-Genre geworden – sie spielt diese Art Rolle quasi im Schlaf, aber mit ausreichend Charisma, um dennoch im Gedächtnis zu bleiben.
Technisch ist Insidious gut gemacht: saubere Kameraführung, passende Farbfilter, stimmiger Soundtrack mit experimentellen Klangelementen (Stichwort: Quietsch-Geige). Die Inszenierung ist pointiert, der Spannungsbogen funktioniert. Sicher, Insidious ist kein Meisterwerk und erfindet das Rad nicht neu, aber er weiß, was er tut – und das macht er gut.
Fazit
Auch wenn der Plot stark auf bekannten Versatzstücken basiert, gelingt es Insidious, durch kreative Bildsprache, starke Szenen und solide Performances, eine eigene Identität aufzubauen. Der Film ist gruselig, aber nicht reißerisch, atmosphärisch, aber nicht langatmig. Kein Meilenstein des Genres, aber ein gelungener Beitrag, der auch beim zweiten oder dritten Sehen noch funktioniert.