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New Mexico, im Winter 1983: Der zwölfjährige Owen lebt mit seiner Mutter in einer hellhörigen Mietskaserne. In der Schule wird er drangsaliert, Freunde hat er keine. Das ändert sich, als die äußerlich gleichaltrige Abby mit einem väterlichen Begleiter in die Wohnung nebenan zieht. Das blasse Mädchen, das die Tage hinter mit Pappe verklebten Fenstern verbringt, zeigt sich nur nach Einbruch der Dunkelheit. Zwischen den beiden Außenseitern entwickelt sich eine tiefe Verbundenheit. Und die wird auch nicht durch den verstörenden Umstand beschädigt, dass sich Abby allein von menschlichem Blut ernährt.

Da ich einer der wenigen zu sein schein, der das schwedische Original "So finster die Nacht" noch nicht gesehen hat, aknn ich natürlich nicht beurteilen, ob Matt Reeves (der mit Cloverfield eine durchaus passable Visitenkarte ablieferte) einfach nur ideenlos nachfilmte wie bei Night Watch, oder tatsächlich eigene Elemente in seiner Interpretation einfließen ließ.
Eine Katalogisierung der Geschichte ist allerdings gar nicht so einfach, denn Let me in (ob der Titel so glücklich ist? Sucht man allein hier nach dem Film gibts einen Treffer und gleich sechs weitere Einträge im Hardcore Bereich) pendelt munter zwischen Drama-, Horror- und Coming of Age Einlagen hin und her, unterscheidet sich aber wohltuend vom seit Twilight übetrieben romantisierten Image von Draculas Erben unterscheidet, auch wenn die beiden Vorpubertären Protagonisten sich in diese Richtung entwickeln könnten, denn Abby ist bekanntlich alles andere als 12-jährig.
Auch wenn das Tempo ein wenig schleppend abläuft, ist die Beziehung der beiden Außenseiter, er der Klassensandsack mit kaputter Familie, sie natürlich mit Blutdurst und Tageslichtaversionen ausgestattet, durchaus seine Reize hat. Abby braucht natürlich ständige Blutzufuhr, die auch anfangs durchaus gut organisiert ist, als Abby aber selbst die Fangzähne ausfahren muß, esakliert gerne mal die Situation.
Aber wenn selbst die Amis daraus eine solche melancholische Ballade machen, graut es mir fast vor der skandinawischen Variante. Wenn man gängigen Vorurteilen und der globalen Suizidstatistik glauben darf sind die Jungs aus Europas Norden noch mal einen Tacken morbider und schwermütiger drauf. Dafür darf man den beiden jungen Darstellern ein Kompliment machen, für das Alter spielen die gut, was man ja weiß Gott nicht von allen Kinderdarstellern behaupten kann. Wirklich glücklich über die Entwicklung der klasischen Vampirfigur in den letzten zehn Jahren macht Let me in aber auch nicht so ganz.
6/10

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