Review

Endlich mal wieder ein Action-Streifen, endlich mal wieder ein Schauspieler mit einem Bizeps-Umfang von 50 Zentimeter, endlich mal wieder ein Film, dessen Story ohne Hirn und Verstand nebenbei mal in der Mittagspause auf die Rückseite der Pizza-Rechnung geschrieben wurde.

Ja, mit genau solchen Erwartungen ging ich in diesen Film, und wurde dafür belohnt.

Dwayne "The Rock" Johnson mimt hier den namenlosen "Driver", der nach zehn Jahren Knastaufenthalt sich an allen rächen will, die zu seiner Verhaftung (insklusive dem Töten seines Bruders) beigetragen haben. Sein Freund Roy (Mike Epps) hat ihm einen "1971 SS Chevelle" (Für die Nicht-Auto-Interssierten: Ein Oldtimer mit viel Bums unter der Haube)  und eine Liste der Täter bereitgestellt, die er nach und nach "abarbeitet". Achso:
Auf dieser Pizza-Rechnung steht noch: " Bau mir bitte noch einen verfolgenden Cop (Billy Bob Thornton) und einen mich verfolgenden Kopfgeldjäger (Oliver Jackson-Cohen) ein, damit es nicht so sehr nach fertiger Tütensuppe aussieht. Dass der Cop heroinabhängig und der Killer eine Schwuchtel ist, sollen dem Ganzen wohl das gewisse Etwas geben.
Dass neben diesen ganzen bösen Jungs noch ein unbekannter Täter mit von der Partie ist, soll dem Film wohl eine Wendung am Schluss verpassen - kurzum: Das ist die dümmste "Who done it?"-Variante, die mir je untergekommen ist.

Dafür überraschen (für so eine schmale Reissbrettgeschichte) sonstige Sachen. Zum einen werfen zumindest die anfangs  gesuchten Verbecher ein Rätsel auf. Wirken sie nicht wirklich wie das personifizierte Böse - ich habe mich  gefragt, warum eine unscheinbare Frau  auch auf der Liste steht. Doch diese Geheimnisse werden dann relativ schnell in Flashbacks abgearbeitet, die von jedem weiteren Miträtseln befreien und lediglich nur noch Spielraum für die banale Rache-Action bieten.

"The Fast & Furious 4 1/2" ???

Könnte man meinen, denn neben Dwayne Johnson bekommt auch unser Auftragskiller ein aufgemotztes Auto spendiert. Mit diesen beiden Boliden sieht man dann wilde Fahrten und Verfolgungsrennen, dass man an jeder Ecke einfach nur wartet, dass Vin Diesel mit einem Nissan/Mitsubishi auftaucht und beide mit Lachgas-Einspritzung überholt. Auf jeden Fall hat sich unser guter Ex-Wrestler schon mal für den fünften Teil der "Fast & Furious"-Reihe hier ausgetobt.

Oder eher doch "Terminator 5" ???

Das zweite was auffällt, ist, dass Dwayne Johnson  genauso hüftsteif wie der gute alte Arnie daher kommt und genauso viele (OK, ich hab jetzt nicht mitgezählt) Dialoge führt, wie der T-800. 
Obwohl (oha jetzt kommt es:) die Killermaschine hier ab und an den Moralischen bekommt - schließlich sollen wir ja Sympathie mit ihm haben.

 Das liest sich mit Sicherheit vernichtend an, soll es jedoch nicht. Die guten Ansätze prallen auf Totschlagargumente der untersten Schublade aufeinander. So sieht es aus.

Dennoch empfehle ich diesen Film Leuten, die back to the roots einfach einen One-Man-Action-Film sich anschauen wollen, eine Hirnzelle zum Atmen anhaben und alle anderen ausschalten. Aber wirklich ALLE sonstigen abschalten. Jede weitere Hirnströmung, die zum Kreativen Denken anregt, würde den Filmgenuss nur schmälern bzw. komplett abwürgen.

Mich hat "Faster" ordentlich unterhalten, ich habe das bekommen, was ich erwartet habe, einen No-Brainer mit viel Krabumm. Pubertierende werden das Ding eh abfeiern und von Sterioden und Muckies träumen. Alle anderen, die ihren ersten Fick hinter sich haben und dennoch bei  belangloser Unterhaltung einer Barbara Salesch-Episode keinen Brechreiz bekommen, dürfen gerne zugreifen.

8/10

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