Regisseur George Tillman Jr. (Men of Honor, Notorius B.I.G.) schickt Dwayne "The Rock" Johnson (Walking Tall, Die Jagd zum magischen Berg) auf einen blutigen Rachetrip. Klingt simpel, aber dennoch vielversprechend, denn schon lange war Johnson nicht mehr in seinem ursprünglichen Element dem Genre Action zu sehen. Doch die Ernüchterung folgt auf dem Fuß, denn "Faster" wird dem eigenen Titel in keinster Weise gerecht und man schien sich hier nicht entscheiden zu können, auf was man eigentlich hinaus wollte. Die für mich beste Lösung wäre ein actionreicher Rachetrip gewesen, denn zumindest storytechnisch ist die brauchbare Basis vorhanden.
Nach zehn Jahren Knast wird der Driver (Dwayne Johnson) entlassen, nun will er sich an vier Männern rächen, die damals für den Tod seines Bruder verantwortlich waren. Doch nicht nur ein Profikiller (Oliver Jackson-Cohen) ist ihm auf den Fersen, sondern auch ein Cop (Billy Bob Thornton) der kurz vor der Rente steht. Doch der Driver lässt sich nicht aufhalten und arbeitet seine Liste ab, doch irgendwann kommen auch ihm Zweifel ob er das Richtige tut. Zudem gab es in der Gruppe der Mörder seines Bruders einen fünften Mann, der bis heute nicht enttarnt wurde.
Und dieser fünfte Mann schoss dem Driver damals in den Kopf, doch er überlebte und hat dort nun eine Metallplatte, die später noch eine wichtige Rolle spielt. In Rückblenden bekommen wir zu sehen, was sich damals abspielte. Es ging um einen Banküberfall, den der Driver mit seinem Bruder und zwei anderen abzog, doch die Gruppe wurde von irgendjemand verraten und daraufhin ermordet. Den Großteil der Story hat "Faster" im ersten Drittel abgearbeitet, stellt sich nur noch die Frage um den fünften Mann, doch wer ein wenig nachdenkt, kann sich des Rätsels Lösung schon denken.
Der größte Fehler hier ist einen Actionfilm zu erwarten, doch dementsprechende Sequenzen gibt es so gut wie gar nicht. Der Driver fährt von Ort zu Ort, um die Mörder seines Bruders zu richten und gerät dabei immer mehr zur Randfigur. Denn man schenkt dem Profikiller und seiner Freundin Lily (Maggie Grace) zuviel Aufmerksamkeit. Obendrein ist uns der Killer fast sympathischer als der Driver und deren Konfrontationen sorgen immerhin für kleine Intermezzos wie einem Mini-Shootout oder einer kurzen Autoverfolgungsjagd. Doch außer diesen beiden Szenen hat "Faster" keinerlei Action zu bieten, denn der Driver richtet die Mörder seines Bruders schnell hin, selbst der sich anbahnende Zweikampf mit dem Hünen auf der Toilette ist nach ein paar Schlägen beendet.
Wären da noch die Ermittlungen des Cops und seiner Partnerin Cicero (Carla Gugino), die den Zuschauer eigentlich nur langweilen. Auch die privaten Probleme des Cops interessieren kaum, Tillman Jr. hätte sich lieber mehr auf den Driver konzentrieren sollen. Zudem findet der Zuschauer keinen richtigen Bezug, allein schon die Szene, wo er seine eigene Mutter mit einer Waffe bedroht, ist da ein Grund. Und auch sonst verkörpert Johnson hier eine undankbare Figur, die weder sein Charisma als Schauspieler, noch sein Talent als Kämpfer fordert. Emotionslos und mit geschätzten zwei Gesichtsausdrücken muss sich Johnson hier durchquälen, während auch die restliche Besetzung nur bedingt gefordert wird. Oliver Jackson-Cohen (Verrückt nach dir) ist zwar sympathisch, aber als Profikiller nicht ernst zu nehmen, immerhin Billy Bob Thornton (Bad Santa, Monster´s Ball) ist in seinem Element. In weiteren Rollen agieren Maggie Grace, Carla Gugino, Xander Berkeley und Tom Berenger als Gefängnisdirektor.
Auf was will "Faster" hinaus, beziehungsweise was will dieser Film sein? Für den Zuschauer leider nur ein unentschlossener und langweiliger Mix, dem es an Action und Spannung mangelt. Einerseits wird Selbstjustiz an den Pranger gestellt, andererseits zynisch und ultrabrutal zelebriert. Da helfen auch eine old schoolige Optik und ein fetziger Score nicht weiter, da leider auch Johnson nur eine mäßige Vorstellung gibt.