Review

Alex Lippi  (Romain Duris) ist der Auftragslover: Sein Aufgabe: Unglücklichen Frauen die Augen zu öffnen, um ihre Beziehung zu beenden. Ein Auftrag kommt meistens von besorgten Familienangehörigen. Einzige Bedinungen ist, dass man keine glückliche Beziehung zerstört.

Und so sieht man im fulminanten Intro, in dem die Figurenkonstellation geschickt offen gelassen wird, wie er bei den Frauen vorgeht. Es helfen oft die immerselben Sprüche und der jammernde Dackelblick, um den Damen die Augen zu öffnen.

Nun soll er die schöne Juliette (Vanessa Paradis, goldig mit Zahnlücke) und den smarten Briten Jonathan (Jaques Frantz) auseinander bringen, die jedoch eine Bilderbuchbeziehung führen. Obwohl dieser Auftrag gegen seine moralischen Prinzipien verstößt, nimmt er ihn an, da Alex finanzielle Nöten hat und ihm ein Schuldeneintreiber  ständig im Nacken sitzt.

Unterstützt wird Alex von seiner Schwester Mélanie (Julie Ferrier) und ihrem Ehemann Marc (Francois Damiens), die ihm mit allerlei HighTech-Zeugs und diversen Verkleidungen zur Seite stehen.
Zehn Tage lang hat Alex Zeit, für die Beziehung zu beenden, da die Hochzeit ansteht, doch bei Juliette beißt er scheinbar auf Granit...


Man mag anfangs gar nicht glauben, dass dies ein französischer Film ist - es sieht alles verdammt amerikansich aus. So ist "Der Auftragslover" näher an Hollywood dran wie so manch andere amerikanische Klamotte, die lustig sein will.
Natürlich wird das Rad nicht neu erfunden, aber der Film ist sehr rasant inszeniert und bietet Situationskomik und Gags am laufenden Band. Romain Duris spielt seine Rolle mit sehr großem Spaß: Gutaussehend, wortgewandt und mit dem immer wiederkehrenden Running Gag (Das weinerliche Gesicht), einfach das ganze Charisma, ist einfach göttlich, dass ich fast schwul werden würde...
Viel zur Komik tragen auch seine beiden Mitarbeiter bei, die ihn bei heiklen Situationen beiseite stehen. Gerade der schräge Francois Damiens punktet und haut ordentlich auf die Kacke.
Durch sämtliche Figuren- wie auch Situations-Konstellationen wird der Film nie vorhersehbar oder hat irgendwelche Hänger zu verbuchen.

Der Score ist stimmungsvoll und hat neben "Dirty-Dancing"-Anleihen auch im letzten Drittel eine Hommage an diesen Film.
Das einzige, was man dem Film ankreiden kann ist der arg vorhersehbare Schluss, der eigentlich nicht wirklich passen will aber eben passen muss, damit man zu dem Ende kommt, das man aus diesem Genre gewöhnt ist.

"Der Auftragslover" ist eine romantische, spritzige Liebeskomödie, mit leichten Anleihen zum Agenten-Genre, angereichert mit viel Situations-Komik und ständig zündenden Gags. Nur der Schluss ging mir auf den Sack.

8/10

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