Zehn fremde Menschen melden sich auf eine Stellenanzeige, die viel Geld verspricht. Man weiß nur, dass man sieben Tage abgeschottet von der Menschheit an einem Experiment teilnimmt. Dieses Experiment ist einfach: Es muss nur diese eine Woche vergehen und dann darf jeder wieder mit einem Koffer voll Yen nach Hause. Doch jeder der Insassen findet in seinem Zimmer eine tödliche Waffe und nach der ersten Nacht scheint schon der erste Mord passiert zu sein...
"Big Brother" trifft "Battle Royale" oder so ähnlich.
Das hört sich für den Horrorfan ganz interessant an, solch eine ähnliche Konstellation wurde ja auch schon öfters verfilmt (House of Nine) und ist im öden Einheitsbrei der Slasher- und Folterfilmchen eine gelungene Abwechslung - wenn auch nicht sonderlich originell. Also: Hirn aus. Film an.
Nachdem wir jeweils fünf Charaktere in zwei weißen Limousinen auf dem Weg zum Haus kennenlernen dürfen kommt in mir die erste Ernüchterung. Das Haus sieht wirklich Big Brother-like aus und hat bis mit düsterer oder dreckiger Atmosphäre nichts zu tun. Naja, who the fuck? Immerhin ist der Film aus Japan und bei solchen Filmen hab ich meistens das Problem, dass alle gleich aussehen. Hier ist es zum Glück nicht der Fall - wobei sich manche dann doch sehr ähneln. Egal, ich kann dem Film folgen und das ist viel wert...
Boing! Der nächste Dämpfer kommt und mein Gehirn beginnt allmählich auf "Low" zu schalten: Ein "Aufpasser" in Form eines Roboters der über die Decke an Schienen schwebt (und scheinbar das letzte Mal in den 80ern generalüberholt wurde, so sieht das scheiß Ding auf jeden Fall mal aus) ist auch mit von der Partie. Warum? Naja, dass die zehn Leute sich auch an die Regeln halten. Bzw. DIE Regel. Denn es gibt nur eine: Ab 22 Uhr ist Bettruhe und jeder soll bis morgens diese Zeit auf seinem Zimmer verbringen. Und zwar alleine. Der C64-Roboter und diese irrsinnige Regel sagen meinem Hirn, dass ich mich jetzt wohl auf Trash vorbereiten muss. Doch was danach kommt, schlägt dem Fass den Boden aus. Natürlich gibt es die erste Leiche und kein Schwein weiß warum - egal, da wird spontan per Mehrheit entschieden, wer der Mörder ist und ab da gibt es eigentlich nur noch eins: Ein irrationales Verhalten sämtlicher Protagonisten, wie ich es selten gesehen habe. Nur so viel sei gesagt: Spannend ist das zu keiner Zeit - egal wieviel Terpentin man während diesem Streifen säuft.
Zugute halten muss ich "Incite Mill", dass zumindest der Twist am Schluss etwas versöhnlich stimmt. Die Betonung liegt auf "etwas". Natürlich haben einige Charaktere Leichen im Keller begraben und hier und da gibt es auch für den Zuschauer eine Aha-so-war-das-also-Auflösung. Aber wenn dann die Roundhouse-Keule ausgepackt und erklärt wird, warum das ganze Experiment stattfindet, fällt das wacklige Kartenhaus entgültig völlig zusammen. Ich will das nicht spoilern, aber wer diesem "Running Gag" (anders kann man das gar nicht nennen) nur ansatzweise Glauben schenkt, müsste in die Geschlossene eingewiesen werden.
Fazit:
Die Japaner trinken eindeutig zuviel Tee. Eine interessante Story wird mit nicht ganz koscheren Charakteren und deren Verhalten dermaßen vernichtet, dass selbst Kopfschmerztabletten nichts helfen. Ein paar interessante Ansätze sind dabei, aber das war es dann auch schon.
2,5/10