Wie diverse andere Nazi-Exploitation-Filme aus den schmuddeligen Siebzigern geht es auch hier um ein KZ unter der Leitung der SS, in dem unmenschliche Experimente an Gefangenen ausgeübt werden. Das Gestümper, mit dem sich Luigi Batzella neben seinem "Wüstenfüchse kennen kein Erbarmen" dessen mal wieder annimmt, ist das gleiche wie das eines Bruno Mattei ("KZ 09", SS Girls") oder Sergio Garrone ("SS Camp 5", "SS Experimen Love Camp"). Ähnlich ungeniert wie sein Kollege des schlechten Geschmacks (Mattei) fügte er auch in diesem Flickwerk einige Szenen aus anderen Streifen ein, ohne das Ergebnis damit runder wirken zu lassen. Die zum Sexmonster mutierte Bestie ist sicher ganz schön wild, doch auf die weiblichen Gefangenen losgelassen artet das nicht selten in unerotisches Freistilringen aus. Unfreiwillig komisch ist so einiges an der unglaublich schlampigen Inszenierung, mal sind die Hakenkreuze rechts- dann wieder linksdrehend. Überhaupt fragt man sich, seit wann der Männerorden der SS aus Frauen in schwarzen Röckchen bestand oder wieso ein katholischer Pfarrer sich ernsthaft fragt, was Gott mit der Kirche zu tun hat. So schlimm kann die Besatzung gar nicht sein, wenn man die Einheimischen zwischen den Übergriffen der deutschen Soldaten herumalbern sieht, die wahren Helden sind aber die, die zunächst die angesammelten Peinlichkeiten bei Bewusstsein überstehen. Denn erst nach einer Stunde wird der Zuschauer von dem vielen Geballer des Wiederstandskampfes aus dem Schlaf gerissen. Alsdann bekommt der Exploitation- und Lagerfilmfan einige Folterungen in einem nichtssagenden Raum vorgeführt, alles auf tricktechnisch einfachem Niveau und alles, als müsse man es eben nur auf der Liste des Exploitation- bzw. WIP-Filmers abhaken. Das Ausreißen und Verspeisen von Schamhaaren ist mitnichten lecker anzuschauen, doch die Rattenfolter mit Hamstern zu doublen geht einfach gar nicht. Schockierend ist „SS Hell Camp“ trotz Vergewaltigungsszenen und Blutvergießens nicht sonderlich, sondern billiger Trash, dem mit viel zu viel dämlichen Handlungsszenen der Unterhaltungswert über weite Strecken fehlt.
Fazit: Obwohl „SS Hell Camp“ von allem ein bisschen hat bleibt er doch insgesamt gesichtslos. Das einzige sichtbare Antlitz ist das der Dümmlichkeit, die einem zum Nazithema um die Ohren gehauen wird. 3/10 Punkten